A History of Violence

A History of ViolenceKörperwelten mal anders

Das gab´s ja schon lange nicht mehr: Ein David Cronenberg Film, dessen Handlung ich tatsächlich folgen konnte, ohne dass sich ein Aneurysma in meinen Hirnwindungen bildete. So interessant ´Spider´, ´eXistenZ´ oder ´Naked Lunch´ auch anzusehen waren, leichte Kost hat uns der kanadische Spezialist für den biotechnischen Horror selten präsentiert und meist verlieren seine Filme relativ schnell den anfänglichen Reiz, und nerven mehr als sie unterhalten. Bei ´A History of Violence´ hat er sich offensichtlich Mühe gegeben, uns sein Lieblingsthema der Identitätssuche und -Krise mal in einem anderen Kleid als Schleim, Blut und Kabel zu präsentieren; Und dies gelingt ihm auf der ganzen Linie. So kommt der Film zu Beginn wie ein Familienfilm daher, der eher an ´Die Waltons´ als an ´The Fly´ erinnert. Das Utopia der Familie Stall um Viggo Mortensen und Maria Bello wird aber schon nach kurzem konsequent und unwiderruflich demontiert und führt die Hauptcharaktere in einen fast kafkaesken Strudel aus Gewalt und Tot.

Cronenberg meistert das Spiel mit den Gegensätzen souverän, indem er das harmonische Familienleben auf die gnadenlose Brutalität des organisierten Verbrechens prallen lässt. Wie mit Hammerschläge werden die ruhigen Szenen und Bilder, die Cronenberg so sorgfältig aufbaut, immer wieder zerstört, indem er die Situationen eskalieren, um nicht zu sagen explodieren lässt.

Möglich gemacht wird dies durch die durchwegs erstklassige Leistung der Darsteller. Viggo Mortensen schafft durch sein zurückhaltendes Spiel die entspannte, fast lethargische Atmosphähre, die dann vor allem Ed Harris als Mobster gnadenlos demontieren darf. Das toppt nur noch der gegen den Strich besetzte William Hurt durch seine überraschende Performance als Mortensens Bruder.

´A History of Violence´: empfehlenswert nicht nur harmoniemüde Rosamunde Pilcher – Geschädigte.

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