Basic

Was zum Teufel war denn das? Ich gebe zu, im mag (gute) Filme mit militärischem Hintergrund. Allzu leicht lasse ich mich meist von diesem Gefasel über Kameradschaft und Pflichterfüllung einlullen. Nur schade hat dieser Film aber auch gar nichts mit dieser Thematik zu tun. Es sollte ein Film mit überraschenden Wendungen und einem «The Sixth Sense»-Ende werden.

Das ist er auch geworden, nur dass dabei die gesamte Logik und Nachvollziehbarkeit der Geschichte flöten geht. Der Handlungsverlauf, bei dem in verschiedenen Versionen immer wieder die gleiche Geschichte erzählt wird, ändert seine Richtung so oft, dass man als Zuschauer gar nicht mehr mitkommt. Ich finde, den Hauch einer Ahnung zu haben, wo man in der Geschichte gerade steht, ist doch irgendwie ganz nützlich. Das alles ginge ja noch und wäre als grundsätzliche Idee nicht zu verachten. Nur leider macht das ganze Verwirrspiel am Ende gar keinen Sinn innerhalb der Story; Zwar wurde das Ziel erreicht, indem der Zuschauer an der Nase herum geführt worden ist. Doch betrachtet man diese Scharade aus der Perspektive von z.B. Connie Nielsens Charakter, war das einfach nur viel Lärm um nichts.

Nichts gegen die Spannung im Film. Die Story ist spannend erzählt und abwechslungsreich gefilmt, Travolta und Jackson spielen gewohnt lustvoll und scheinen echt Spass an ihrem Job zu haben, was in ihrem Schauspiel auch angenehm rüberkommt. Leider ist man meist so verwirrt, dass man sich gar nicht mehr um die eigentlichen Sprünge zwischen falscher Fährte und Wahrheit kümmert und versucht, die Handlung irgendwie in ihren Grundzügen zu verstehen.

Nachdem ich fast alle Hoffnung verloren hatte, wechselte der Film am Ende übrigens noch einmal in eine ganz andere Richtung. Am Schluss kam mir der Film vor wie eine von Tarantino inszenierte Version von «Mission impossible». Das ganze fand ich irgendwie amüsant: Als hätten die Filmemacher von «Basic» erkannt, was sie da für einen Schrott produziert hatten und sich entschlossen, noch mal 5 Minuten Nonsense anzuhängen. Diese 5 Minuten blieben mir in positiver Erinnerung, weil dort irgendwie die Selbstironie, die im Rest des Films fehlte, nachgeholt wurde. Dieses Ende im Aktionspack mit Travolta’s genussvoll-süffigem Spiel ist vielleicht grade mal das halbe Kinoticket wert. Aber man sollte den Film trotzdem im Kino sehen, denn auf DVD und im TV würde man so was nicht bis zum (schönen) Ende durchstehen.

Eine Theorie zum Abschluss:

Ich vermute, im nächsten Halbjahr werden noch einige solcher abstrusen Filme im Kino erscheinen, die an sich keinen Sinn machen. Es könnte sich dabei um ein Multi-Feature-Projekt handeln. Mehrere solcher Filme bilden zusammen ein Netzwerk von verwirrenden Geschichten, die nur Sinn machen, wenn man sie in Zusammenhang mit den anderen Werken betrachtet. Schliesslich ist es beim zweiten Teil von «Matrix» auch nicht viel anders. Wenn wir gerade davon sprechen, vielleicht IST «Basic» ein Teil von »The Matrix» und…so, jetzt ist es wohl an der Zeit, meine Pillen zu nehmen.

Archives | First published: September 24, 2003

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