Crash

CrashDer Host mal ganz still und bedächtig…

Nach all den Zombies in ´Land of the Dead´ kamen mir der Facettenreiche ´Crash´ von Paul Haggis gerade recht. Sonst dem Kawumm- und Holzhammer- Action Kino nicht gerade abgeneigt, muss ich zugeben, ´Crash´ mich im Innersten berührte. Ohne moralinsauer zu werden oder es während zwei Stunden übermässig menscheln zu lassen, bietet der Film spannende, man könnte auch sagen angespannte Unterhaltung, interessante Story und grandiose Schauspieler, die gerade durch ihr relativ zurückhaltendes und schnörkelloses Spiel auf der ganzen Linie überzeugen. Schön, auch Sandra Bullock mal in einer ernsthaften Rolle zu sehen. Doch, doch, die Frau kann mehr als Busse zu Schrott fahren und Schönheitswettbewerbe zu gewinnen. Auch Brendan Fraser überraschte mich mit einer ungewohnt ernsten Performance. Don Cheadle, Matt Dillon und der Rest der sorgfältig ausgelesenen Truppe überraschten zwar weniger, boten aber ein nicht minder überzeugendes Spiel.

An dieser Stelle soll noch einmal betont werden, wie grandios es der Film schafft, seine Motive zu Vorurteil, Entscheidung, Hass, Neid, Moral und Menschlichkeit klar zu zeigen und darzustellen, ohne je mit dem Vorschlaghammer bestehende Klischees und Stereotypen in das pulsierende Setting von Los Angeles hämmern zu wollen.

Die Stadt der Engel scheint sich im Übrigen einfach unvergleichbar gut als Kulisse für Menschen und Ihre Schicksale zu eignen. ´Grand Canyon´, ´City of Angels´, ´Heat´, ´Collateral´ und nun eben ´Crash´. Die heiss-feuchte, angespannte, nur einen Funken vor der Entzündung stehende Atmosphäre schafft einen Hintergrund, vor dem die richtigen Schauspieler, zusammen mit dem passenden Score (ebenfalls grandios in ´Crash´) eine an Intensität kaum zu überbietendes Ganzes schaffen. Die aus ´Magnolia´ oder ´Short Cuts´ bekannte, Patchwork-artige Erzählstruktur verstärkt dabei das Erlebnis zusätzlich und hält die Dynamik des Films intakt, ohne den Spannungsbogen der Handlung zu beeinträchtigen.

´Crash´ – Endlich mal eine hundertprozentig positive Überraschung, welche die Vorschusslorbeeren in den Kritiken tatsächlich verdient und nicht verpasst werden sollte.

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