Kill Bill Vol. 2

Kill Bill Vol. 2Nachdem meine Kritik zu ‘Kill Bill Vol. 1 doch eher mager ausfiel, möchte ich dem zweiten Volumen etwas mehr Platz widmen. Dies scheint mir auch dadurch gerechtfertigt, da das zweite Volumen von Kill Bill sogar noch um einiges besser ist als der Vorgänger. Sicher, seit dem ersten Teil ist in Sachen gewalttätigem Film einiges passiert (Gruss an Reverend Gibson), aber trotzdem könnte man den ersten Teil doch als ziemlich gewalt- und schlitzer-lastig bezeichnen. Nicht dass mich das gestört hätte, im Gegenteil. Doch gerade im Vergleich mit dem ersten Teil wirkt Kill Bill Vol. 2 geradezu philosophisch. Das liegt auch daran, dass Tarantino endlich wieder mal einige seiner genialen Dialoge präsentiert.
Der Umstand, dass Bill (David Carradine) den Superman Comic mal eben im sozialkritischen Umfeld analysiert, bevor er auf die Braut schiesst, erinnert irgendwie an Samuel L. Jackson’s Bibelzitat in Pulp Fiction.
Diese konstruierten und eigentlich völlig absurden Momente machen doch einen Tarantino Film erst zum Erlebnis. Davon abgesehen ist Kill Bill Vol 2 perfekt arrangiertes Kino. Jede Einstellung wirkt bis auf’s Letzte geplant und mit Liebe für’s Detail umgesetzt. Übrigens durfte auch S. L. Jackson in Kill Bill 2 nicht fehlen und auch sonst trifft man auf einige Überraschungen in der Besetzung (Naja zumindest auf eine).
Viele Einstellungen und Charaketere sind erneut aus Klassikern entliehen. Diese Anspielungen vergrössern aber das Vergnügen nur noch, wobei ich nicht behaupten möchte, dass ich alle Zitate wiedererkannt habe.
Obwohl ich so ziemlich alles von Quentin Tarantino gesehen habe (Einschliesslich einem Auftritt bei den Golden Girls’) und bereits über die relative Ernsthaftigkeit und Seriosität von ‘Jackie Brown’ ziemlich gestaunt hatte, muss ich zugeben, dass ich von Kill Bill Vol. 2 erneut enorm beeindruckt bin. Da versteht man plötzlich, warum Tarantino so lange an dem Werk herumgebastelt hat.
Es gibt genug Gründe, um Kill Bill Vol. 2 weiterzuempfehlen: Die überraschende Story, grandiose Charakterdarsteller, viel Humor, unzählige Filmzitate, herrliche Einstellungen und ein herausragender Soundtrack. Das einzige was ich am Film vermisste, war Tarantino selber, obwohl ich das Gefühl habe ihn in einer Einstellung wenigstens gehört zu haben…

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