Monster

MonsterMan hat es ja schon einige Male gehört und gelesen: Charlize Theron ist in ´Monster´ bis zur Unkenntlichkeit geschminkt und verzichtet somit auf ihr bis jetzt wohl herausragendstes Attribut: Ihr Aussehen. Eigentlich wollte ich es mir ja verkneifen, ebenfalls auf diesem Punkt herumzuhacken, denn der Film ist wirklich gelungen und die Leistungen der Hauptdarstellerin haben mich positiv überrascht, aber wenn ich schon mal dabei bin…
Gerade weil die Verwandlung von Charlize Theron in den Medien unerträglich in die Breite getreten wird, finde ich es erwähnenswert, dass ´Monster´ in erster Linie gar nicht den Hauptcharakter klassifizieren soll, sondern als Symbol für unerfüllte Träume und Hoffnungen fungiert. In ähnlicher Weise wie dieser doppeldeutige Titel funktioniert der ganze Film (ich stelle diese These mal einfach so in den Raum):
Schon durch die Titelgebung und das Make-up wird dem Zuschauer im Vorfeld unweigerlich klar gemacht, wer das Monster ist und dass diese Bezeichnung ohne weiteres wörtlich genommen werden darf. (Dabei gehe ich davon aus, dass man vor dem Kinobesuch in etwa weiss, von was der Film handelt und nicht etwas wie ´Hulk´ oder ´Gremlins´ erwartet.)
Während sich die Story entwickelt, ändert sich aber diese Einstellung gegenüber dem Hauptcharakter. Jedoch wird hier nicht einfach der Täter zu Opfer gemacht, sondern das Ganze geschieht differenzierter: Obwohl der Charakter Aileen Wuornos (Theron) bis zum Schluss nie wirklich zur Sympathiefigur wird und man sich trotz anfänglichem Verständnis und Mitleid keinesfalls mit ihr identifizieren möchte, ist und bleibt sie der Mittelpunkt des Filmes und man akzeptiert ihre Rolle. Dabei dominieren weder Mitleid noch Abscheu gegenüber der Hauptfigur, sondern man übernimmt als Zuschauer die Rolle des Mitläufers wieder Willen, also den Part, den im Film Christina Ricci als Selby Wall verkörpert. Obwohl Wuornos dramaturgisch eindeutig die Identifikationsfigur darstellt, kann man ihr Verhalten nicht gutheissen, obwohl man anfänglich ihre Beweggründe gut nachvollziehen kann. Man treibt immer mehr von ihr weg hin zur Normalität und ist schlussendlich zufrieden mit dem Ende des Filmes, obwohl man doch der Hauptfigur zu Beginn ein Happy End gegönnt hätte.
Diese Wiedersprüchlichkeit zwischen Identifikationsfigur und Zuschauermoral macht wohl den Reiz von ´Monster´ aus und überzeugte zumindest mich.

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