Mr. & Mrs. Smith

Mr. & Mrs. SmithMr. & Mrs. Mist

Man sagt ja, man sollte immer das Positive sehen: ´Mr. & Mrs. Smith´ enttäuschte mich nicht. Aber auch nur, weil ich im Vorfeld so gut wie keine Erwartungen in den Film hatte. Leider heisst das nicht, dass der Film darum schneller vorübergeht. Im Gegenteil: ´Mr. & Mrs. Smith´ scheint kein Ende zu nehmen. Eine Belanglosigkeit jagd die nächste und mit jeder Einstellung fragte ich mich mehr, ob denn wirklich jemand an dieses Drehbuch geglaubt hat oder ob man einfach den Pitt und die Jolie in ein und denselben Film packen wollte. (Halloo, das hat doch schon bei ´The Mexican´ nicht wirklich funktioniert.)
Anfangs bildete ich mir noch ein, in bester Billy Crystal und Meg Ryan Manier hätte sich da was ´When Harry Met Sally at Checkpoint Charly´-mässiges entwickeln können. Doch der Film dümpelt so unmotiviert von Beziehungskistengedöns zu Actionszene, dass man sich fragt, was das Ganze denn soll. Ich bin ja sonst eher zurückhaltend mit solchen Fragen, aber was sollte uns der Film denn bitteschön sagen? Mir käme ja beispielsweise bei einem Bruckheimer Film auch nie in den Sinn, nach eben diesem zu fragen, aber dort ist wenigsten die Action virtuos inszeniert. Was einige Michael Bay typische Kamerafahrten übrigens in ´Mr. & Mrs. Smith´ zu suchen hatten, ist mir schleierhaft. Also nur ein weiteres unpassendes Element in einem lahmen Mix aus Romanze und Action.

Wahrscheinlich sah das Rezept auf dem Papier wirklich gut aus: Zwei Sexsymbole jagen sich durch Explosionen und Bettlaken und leiern zwischendurch einige wirklich gut gemeinte Dialoge beim Eheberater herunter. Leider funktioniert die Mischung nicht, und der Host fing wieder mal an zu fantasieren:
So wünschte ich mir nach den ersten 30 Minuten, dass plötzlich Jenniffer Aniston und die gesamte Crew von ´Friends´ in´s Bild stürmen, den Film an sich reissen, ihn zur Season´s Finale Doppelfolge erklären und Pitt und Jolie zu Gaststars degradieren. Wenigstens wäre der Spuk dann nach 60 Minuten vorbei. Und wenn wir schon dabei sind, könnte Ben Stiller, Owen Wilson und Will Ferrell auch noch gleich mitmischen und Vince Vaughn dabei unterstützen, dem Film irgendwie was Sehenswertes oder wenigstens etwas derben Humor zu verleihen.
Doch leider passierte nichts von alledem und das wohl unterkühlteste Paar seit Walter Matthau und Jack Lemmon rannte weitere 90 Minuten durch explodierende Autos, explodierende Zelte, explodierende Hochhäuser, explodierende Kaufhäuser und noch mehr explodierende Autos. Natürlich stellenweise in Zeitlupe, nur um das Erlebnis noch zu verlängern. Danke!
Das schönste und zugleich traurigste im Film war das Placement eines ´Fight Club´ T-Shirts. Einerseits wurde ich dadurch daran erinnert, dass Brad Pitt ja eigentlich supertolle Filme macht, wenn man ihn lässt. (Wäre wieder mal Zeit, zum Glück gibt´s ab und zu ja einen ´Ocean´ Film), andererseits merkte ich, wie belanglos der Film tatsächlich ist, wenn es ein T-Shirt schafft, meine Aufmerksamkeit bis zu den Credits an sich zu binden.

Bei solch unausgegorenen Mischungen gibt´s nur eins: Säuberlich Romanze von Action trennen und in die Mülltonne damit.

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