Batman Begins

Batman BeginsUnd der Host sah, dass es gut war.

Danke! Danke! Danke! Grmpfl… Host nicht enttäuscht! Host glücklich! Hi, Hi, Hi! Ich könnte die ganze Kritik von ´Batman Begins´ mit solchen Einsilbern und gutturalen Lauten bestreiten. Seit ich den Film gesehen habe, trage ich ein Grinsen vor mir her, auf das Jack Nicholson stolz wäre.

Danke, Christopher Nolan; trotz meinen hohen Erwartungen an ´Batman Begins´ wurde ich nicht enttäuscht.
Wer hätte gedacht, dass ich mich mal so darüber freuen würde, den Schwarzen Ritter zurück auf der Leinwand zu sehen? Nach den unsäglichen ´Batman & Robin´ und ´Batman Forever´ (Was sollte eigentlich dieser Titel bedeuten?) hätte man sich ja eher den Allerwertesten mit einem eitrigen Seeigel abgewischt, als sich noch mal freiwillig eine solche Verfilmung anzusehen. Doch wenden wir uns nun ab von diesen grausigen Zeiten und richten wir unseren Blick auf die aktuellste Version des Flattermans:
Sollte ´Batman Begins´ der beste Batman ever sein? Yep. I think we´ve got a winner here! Der Film hat einfach alles: Story, Drama, düstere Atmosphäre, Humor, viele, viele Gadgets, nette Effekte, grandioses Production Design und eine tolle Besetzung mit einem herausragenden Christian Bale als Bruce Wayne.
Der gute Name des Flattermanns ist endlich wiederhergestellt. Und obwohl entgegen all meinen Befürchtungen alles doch noch mehr als gut herausgekommen ist, bleibe ich angespannt. Es wurde einfach schon zu viel B.S. unter dem Namen ´Batman´ herausgebracht. So wohnen seit der erlösenden ´Batman Begins´ Vorstellung zwei Seelen in meiner Brust: Nein, nicht Schizophrenie im Frühstadium, sondern einerseits das Verlangen, noch möglichst viel von diesem neuen, düsteren, stilvollen Batman zu sehen (140 Minuten sind nicht annähern genug) und andererseits der Wunsch, jetzt doch bitte die Finger von diesem fragilen Material zu lassen, bevor es wieder jemand kaputtmacht. Ich darf gar nicht dran denken: ´Batman Xtreme -The Real Black Knight – starring Ice Cube in a Rob Cohen Film´ oder ein erneutes Batman – Catwoman Team-up… aber das vergessen wir mal ganz schnell wieder.
Auch in einer Batman-freien Zukunf würde Christian Bale die Arbeit sicher nicht ausgehen. Und es würde mich wundern, wenn er nach seiner Vorstellung als nokturner Blutsauger nicht wieder einige Monate ganz oben auf der James Bond Besetzungslist stehen würde. (Mal davon abgesehen, dass diese Liste zwischenzeitlich so lang ist wie Hugh Jackman´s Akzent breit.)

Danke, Liam Neeson, Morgan Freeman, Gary Oldman und vor allem Michael Caine.
´Batman Begins´ – Der Titel ist Programm: Vergesst violette Strumpfhosen und Gift versprühende Regenschirme. Tabula Rasa! Und dann ein ganz neuer Beginn der Saga, und diesmal gelingt´s auf ganzer Linie. Spider-Man, zieh dich warm an. Denn im Gegensatz zu vielen anderen (Comic-)Verfilmungen, hat ´Batman Begins´ das, was schon den Erfolg des Wandkrabblers erst möglich gemacht hat: Charaktere und Story. Während Spidey Verantwortung, Entscheidungsfähigkeit und Konsequenz thematisierte, wird beim neusten ´Batman´-Streifen die Angst zum Leitmotiv. Auf schon fast literarische Art und Weise bildet das Motiv auf mehreren Ebenen thematisch, visuell und als vorantreibende Kraft das Gerüst des ganzen Films.

Es bleibt zu hoffen, dass die Qualität von ´Batman Begins´, Spiderman oder ´Hellboy´ ein Zeichen am Nachthimmel hinterlassen wird; als Richtungsweiser und Messlatte für zukünftige Comicverfilmungen. Die Zeit für eindimensionale Helden in Strumphosen ist endgültig vorbei. Die Comicverfilmung ist erwachsen geworden. Auf dass hanebüchene Ausrutscher wie der Anti-Hai-Batspray oder die Batman Kreditkarte in Zukunft der Vergangenheit angehören.
Angesichts der Fülle an Comicverfilmungen in (Vor-) Produktion bleibt jedoch zu befürchten, dass sich unter Filmen wie The Fantastic Four, Nick Fury, Superman Returns, Spiderman 3, Captain America, Ghostrider, Hellboy 2, Iron Man, X-Men 3 mehr als eine Gurke finden wird.

The Hitchhiker´s Guide to the Galaxy

The Hitchhiker´s Guide to the GalaxyMasslos überschätzt

Nachdem ich nun als langjähriger ´Star Wars´ – Anhänger und kompletter Douglas Adams Neuling den Film ´The Hitchhiker´s Guide to the Galaxy´ gesehen habe, stelle ich mir lebhaft vor, wie dieser Tage diese zwei Fraktionen einander so richtig genüsslich die Fresse einhauen würden, wenn man es nur darauf anlegen würde. Beatles – Rolling Stones, Mörgeli – Schmid, Arafat – Kishon, Adams – Lucas: Es gibt Dinge, die sind einfach nicht miteinander vereinbar.

Warum ich die Kritik zu einer Kömödie so ernsthaft und feindselig beginne, fragt Ihr euch? Nun, aus dem einen Grund, warum überhaupt je jemand ernsthaft und feindselig wird: Mein Stolz wurde verletzt: Nach ´The Hitchhiker´s Guide to the Galaxy´ weiss ich endlich, wie es sich anfühlt, wenn man als uneingeweihter Trottel in eine eigentlich geschlossene Vorstellung eines gefälligst zu respektierenden Films hineintrampelt, ohne es zu wissen. Zwar hatte ich vom Kult um Douglas Adams´ Erfolgsromane gehört, hätte aber nicht gedacht, dass diese Fangemeinde in meiner näheren Umgebung tatsächlich noch aktiv ist. Die umgehängten Handtücher einiger Kinobesucher belehrten mich jedoch eines Besseren. Inmitten dieser Fans kam ich mir doch etwas unwillkommen vor. Besonders weil ich während des Films immer wieder erstaunt ein Gelächter um mich herum wahrnehmen musste, das mir nur allzu gut bekannt war: Das laute, selbstgefällige ´Hört-mich-lachen-ich-bin-ein-Insider-und-hab-den-Witz-verstanden-Lachen´. Verdammt, als elitärer Kinofreak und selbsternannter Kenner des Mainstream-Kinos habe ich dieses süffisante, Ignoranz-verachtende Lachen praktisch erfunden. Und plötzlich finde ich mich nun in der Rolle des Unwissenden wieder. Für einen Host, der schon die Augen verdreht, wenn jemand die korrekte chronologische Abfolge der ´Star Wars´ Filme nicht auf Anhieb versteht, ist das schon etwas ungewohnt und kränkend.

Somit konnte ich die allgemeine Hitchhiker-Euphorie nicht ganz nachvollziehen. Dieser ach so spezielle Humor und die zugegebenermassen sehr interessante Erzählweise kam mir etwas zu willkürlich daher. Zumindest in der Verfilmung. Ich bin fast überzeugt, dass es sich bei der Buchvorlage um ein tolles, unglaublich phantasievolles Werk handelt, doch irgendwie funktionierte das für mich im Film nicht allzu toll. Vor lauter abstrusen Einfällen und Theorien vermisste ich etwas das Feingefühl für Dramaturgie und Spannung.

Die Gründe, warum ich ´The Hitchhiker´s Guide to the Galaxy´ nicht wirklich mochte, sind eigentlich dieselben, für die ich ´Revenge of the Sith´ liebte (irgendwie). Beides sind bestenfalls durchschnittliche Filme, bei denen man das Umfeld und Entstehung drumherum kennen muss, um die Geschichten geniessen zu können.

Am besten gefiel mir der Streifen dort, wo er ein eigenständiger Film ist und nicht auf seinen Ruf als Kultbuchverfilmung Rücksicht nimmt. Dies sind meist die Momente, in denen die Schauspieler (allen voran wieder einmal der herrliche Sam Rockwell) oder die Puppen (darf man die so nennen?) aus Jim Henson´s Creature Shop federführend sind. Mit Abstand am besten gefielen mir jedoch die stöhnenden Türen. Dieser Witz reizte sogar meine unwürdigen Lachmuskeln. Ganz im Gegensatz zu der Sache mit dem Handtuch. So was Doofes! Das kann ich nun wirklich nicht verstehen. So, und nun geh ich ein wenig mein Laserschwert streicheln.

Star Wars: Episode III

Star Wars: Episode IIII have a good feeling about this

Ja ja, ich weiss, jetzt will hier auch niemand mehr wissen, was ich denn vom langersehntesten Film seit ´Patch Adams 2´ halte. Dabei habe ich schon vor Wochen wirklich einige Anläufe genommen, eine sinnvolle Kritik zu Epi 3 zu schreiben. Aber es kam einfach nix bei raus. Ich wollte den Film so sehr mögen, dass eine objektive, ja nicht einmal eine subjektive Kritik möglich ist. Drum lass ich´s bei einer Kurzkritik bewenden.
Ausserdem wurde ja so ziemlich alles über ´Episode III´ geschrieben, da wird da Netz wohl auch mal ohne meinen bescheidenen Beitrag auskommen.
Nur soviel sei gesagt: Der Film stellt einen würdigen Abschluss der Serie dar und es hätte viel schlimmer kommen können. Und mal ehrlich: Dieser Film interessiert wahrscheinlich nur noch all jene ernsthaft, die wie der Host schon seit Jahrzehnten unheilbar mit dem ´Star Wars´ Virus infiziert worden sind und deswegen schon in der Schule schräg angeschaut worden sind. Und entgegen besserem Wissen werden auch diese Fans vom Film begeistert sein. Schliesslich ist das wohl der letzte Star Wars Film, der je im Kino laufen wird (mal abgesehen von der diversen wohl unvermeidlichen Special Editions in den kommenden Jahren). Und da mir etwas an meinem Seelenheil liegt, finde ich den Film nun einfach mal supertoll. In ein paar Jahren glaub ich´s dann selber.

Kung Fu Hustle

Kung Fu HustleUnd wieder eine selten-billige Kritik zu einem eigentlich nicht schlechten Streifen: Kung Fu Hustle.

Mit diesem Beitrag werden die treuen Leser von nidwirkli.ch einmal mehr mit einer Kurzkritik abgespeist. Aber was soll´s?
Eher unerwartet fand ich mich in einer Vorstellung von ´Kung Fu Hustle´ wieder. Noch unerwarteter stellte ich fest, dass der Film mir tatsächlich nicht schlecht gefallen hat. Endlich mal was neues und nach dem unsagbar langweiligen ´Crouching Tiger Hidden Dragon´ kehrt mein Glaube in dieses Genre zurück.
Der gelungene Mix aus Kung Fu Action, Parodie und Slapstick wusste den Host zu überzeugen und ist jedem zu empfehlen, dem ´Kill Bill´ zu wenig originär und das Matrix-Zeugs zu ernst war.
Ausserdem fährt der Film mit einem ansehnlichen Arsenal an Anspielungen und Anekdoten auf, und man merkt einmal mehr, wie sehr gewisse Motive untrennbar mit den Klassikern von Tarantino oder den Wachowskis verbunden sind.
Bevor mir der andere Arm auch noch einschläft, gebe ich dieser Kritik besser den ´coup de grâce´.
Und wem´s nicht passt, der kann ja einen Kommentar unten reinschreiben und mir beweisen, dass der durchschnittliche nidwirkli.ch Leser nicht so ein fauler Sack ist wie der Host selber.

Sky Captain and the World of Tomorrow

Sky Captain and the World of TomorrowAuch ein wunderlicher Titel kann einen tollen Film nicht verderben.

Nun steh’ ich hier ich armer Tor
und überlass sie andern, die 1. Mai Demo.
Da frag ich mich, ja müsst ich denn,
als Träumer, Host und Philanthrop,
auch motzen, lärmen, Zeichen setzen,
Flagge zeigen, mitmarschieren,
mit den frustrierten Unzufriednen,
die da durch die Gassen hetzen?

Gestern noch Läufer in der Stadt,
euphorisch bis zum letzten Platz.
Heut grimmig, bös und weltbewegend,
die Linken, Rechten, was weiss ich,
stolzieren plagierend, schon fast peinlich.

Da dämmert’s mir: Ach lass es Host,
das ist so gar nicht deine Kost,
sich mit der Polizei zu messen,
schreib lieber was, das kannst Du besser.

Doch nun zu einer Premiere: Eine Kritik zu einem Direct to DVD Silberling – mit gutem Grund, denn es ist eine Schande, dass der Film den Weg in die hiesigen Kinos nicht geschafft hat (Oder hab ich da was verpasst?). Die herrlichen, in wunderbarem Comic-Stil gehaltenen, dynamischen Bilder hätte ich nur zu gerne auf einer grossen Leinwand genossen. Als Comic Fan war ‚Sky Captain and the World of Tomorrow’ wahres Manna für die geplagten host’schen Augen.
Der Film ist wahrlich eine sehr angenehme Überraschung. Ich hatte schon das allerschlimmste erwartet, aber der Film kommt mit einer solchen Leichtigkeit und Ernstlosigkeit daher, dass man die Bilder einfach nur geniessen kann. Kino-Freaks aufgepasst! Dieser Film ist ein Muss für alle, die visuelle und szenische Referenzen und Zitate lieben. In ‚Sky Captain and the World of Tomorrow’ wird von ‘Star Wars’, über ‘Indiana Jones’ bis zu ‘Lord of the Rings’ alles geplündert und wiederverwertet, was visuell ein bisschen was hergibt. Da reiht sich eine Rivendale – ähnliche Idylle an die Ankunft in Cloud City aus ‚The Empire Stikes back’, und Angelina Jolie auf der Plattform der fliegenden Festung nimmt schon mal den ‚Nick Fury, Agent of S.H.I.E.L.D aus der anstehenden Marvel-Comic Verfilmung vorweg.
Tönen tut der Film sowieso wie eine Star Wars Episode. Und zwar grandios und andauernd; So ziemlich jedes einzelne Frame des Filmes ist mit Musik unterlegt. Schon fast episch. Ein cleverer ‚Wizard of Oz’ Subtext und die obligate Klischee-Romanze vervollständigen das ganze.
Es wurde viel Schlechtes über den Film geschrieben, und das könnte ich auch tun, das mache ich schliesslich so gerne, aber warum sollte ich? Sky Captain and the World of Tomorrw ist auf seine eigene, spezielle Art … perfekt. Kein grosses Kino, aber auf jeden Fall Entertainment at it’s best.

The Life and Death of Peter Sellers

Nebenan plätschern die «Desperaten Hausweifen» vor sich hin und ich lausche wie jeden Montag den süssen Dialogen und warte gespannt, ob ich vielleicht heute Abend einen Hinweis darauf finden kann, warum diese Serie in den Staaten ein solcher Erfolg sein soll.

Doch nun zum eigentlichen Thema von heute: «The Life and Death of Peter Sellers». Wie so oft habe ich eigentlich keine Ahnung von der Thematik des Films, denn obwohl ich vor Jahren wohl einen oder zwei Filme der «Pink Panther» Reihe gesehen habe, fand ich diese nicht besonders lustig und bis vor kurzem konnte ich kaum Peter Sellers von Peter Weller unterscheiden. [Jetzt verpasste ich doch prompt die erste Liebesszene bei den Hausweifen.]

Zurück zum Thema: Obwohl ich mich im Grunde nicht besonders für Peter Sellers erwärmen kann, muss ich den Film auf der ganzen Linie empfehlen, denn eine Vermutung scheint sich bei «The Life and Death of Peter Sellers» zu bestätigen: Die Qualität eines Biopic kann daran gemessen werden, wie gut man den Film finden kann, auch wenn man die grundlegende Figur nicht im vornherein kennt. (Das muss eine meiner holprigsten Formulationen seit langem sein.) Wie bereits bei «The People vs. Larry Flynt», «Man on the Moon» oder «The Aviator» hatte ich von den historischen Hintergründen im Vorfeld keine Ahnung, war dann jedoch von der filmischen Umsetzung umso mehr angetan.

Dasselbe trifft auch auf «The Life and Death of Peter Sellers» zu. Der Film funktioniert auf allen Ebenen so perfekt, dass es einfach ein Genuss ist, sich auf die Geschichte einzulassen und die Entwicklung der Figuren mitzuverfolgen. Insbesondere der Kunstgriff, die Geschichte auf mehreren Ebenen spielen zu lassen… Oh, gerade hüpfte eine fast nackte desperate Hausweif über meinen TV Bildschirm; ich glaube, langsam begreife ich das Konzept der Serie. Wo war ich? Ach ja, die Geschichte von Peter Sellers wird auf sehr ungewöhnliche, aber äusserst originelle Weise erzählt: In einer Art Rahmenhandlung wird man zu Beginn von Sellers persönlich in die Geschichte eingeführt, indem quasi die Handlung als Film im Film vorgestellt wird. Im weiteren Verlauf des Streifens wird die Geschichte immer wieder fliessend vom Erzähler unterbrochen, so dass man immer mehr den Überblick verliert, auf welcher Ebene der Erzählung man sich denn gerade befindet. Das Schöne dabei ist, dass dies überhaupt keine Rolle spielt und den Rhythmus der Geschichte nicht unterbricht. Beim genannten Erzähler handelt es sich notabene um den verkleideten Peter Sellers, der wiederum von Geoffrey Rush verkörpert wird. Dies mag nun etwas konfus tönen, im Film verwirrt dies jedoch nie, sondern funktioniert als formaler Kniff, um das eigentliche Hauptmotiv des Filmes wiederzuspiegeln: Die vermeintliche Unbestimmtheit oder gar Abwesenheit von Peter Seller’s ureigener Persönlichkeit.

An dieser Stelle scheint mir ein grosses Lob an Geoffrey Rush angebracht, denn obwohl er praktisch in jeder Szene des Filmes (mindestens einmal) vorkommt, nimmt man ihm die Figur des Peter Sellers zu jeder Zeit ab. (Ein Ding der Unmöglichkeit bei den Superstars wie z.B. Cruise oder Clooney, Travolta oder Pitt, die, so gut sie auch spielen, meistens eher Figuren verkörpern, die eben wiederum den Schauspielern Cruise, Clooney, Travolta oder Pitt zum verwechseln ähnlich sehen und sich auch so benehmen. «Ocean’s Twelve» bewies uns zum Glück, dass dies ja auch nichts Schlechtes sein muss.)

Die Hausweifen verabschieden sich übrigens gerade, wiederum halbnackt, und machen im Äther Platz für die nächste «TV-Sensation» aus den USA: Komisch, obwohl die Gestrandeten in «Lost» schon seit Wochen auf einer abgelegenen Insel ohne Kontakt zum Rest der Welt festsitzen, scheinen die Leute dort immer noch mehr Anziehsachen als die Hausweifen zu haben.

Man sollte sich «The Life and Death of Peter Sellers» auf jeden Fall anschauen, egal, ob man die Hintergründe nun kennt oder nicht. Und nachdem man das Grab von Ray Charles mit Grammies und Oscars zugeschüttet hat, ist es nur gut und recht, wenn man auch Peter Sellers Tribut dieser Art zollt, zumal «The Life and Death of Peter Sellers» nüchtern betrachtet um Längen unterhaltsamer ist als «Ray».

Archives | First published: April 23, 2005

The Merchant of Venice

The Merchant of VeniceDarf´s ein bisschen mehr sein?

Irgendwie bedaure ich fast, dass weder Halle Berry noch Michael Dudikoff eine Hauptrolle in ‚The Merchant fo Venice’ bekommen haben. Wäre dies der Fall, hätte ich keine Skrupel, diesem Film einen solchen Verriss zu verpassen, dass Michael Radford glaubte, Massimo Troisi persönlich stiege aus seinem Grab und haue ihm seine Oskar-Nomination um die Ohren.
Da der Part des Shylock aber nun mal nicht von einem dahergelaufenen Lorenzo Lamas sondern vom grossen Al Pacino persönlich gespielt wird, sehe ich mich als Fan in der Pflicht, etwas differenzierter an den Film heranzugehen.

Jeder durchschnittlich kulturell Interessierte weiss wohl um die Brisanz und den beissenden Humor in William Shakespeare’s ‚Der Kaufmann von Venedig’. Da der Host jedoch alles andere als durchschnittlich ist, war er sich dieses Umstandes nicht bewusst, bis er es in einigen nidwirkli.ch-fremden Kritiken gelesen hatte. Ich gehe daher mal davon aus, dass der Stoff wirklich so heikel ist und der Brisanz-Regler bei der Vorstellung, die ich im Kino erleben durfte, nicht ganz so hoch eingestellt war wie vom Verleiher empfohlen. (Falls der geneigte Leser jetzt das Gefühl hat, der vorangegangene Satz mache nicht viel Sinn, dann hat er wahrscheinlich recht.)
Und übrigens: Muss den immer alles als brisant, heikel oder zumindest anspruchsvoll bezeichnet werden, wenn ein Bösewicht jüdischen Glaubens (oder ein arabischer Terrorist, oder ein Schweizer Banker) auch nur am Rande vorkommt? Ich dachte, diese Diskussion über Antisemitismus im Mainstream-Kino sei spätestens seit ‚The Passion of the Christ’ doch eher abgegriffen. Ausserdem gab es damals schliesslich um ‚X-Men’ auch keine Diskussion zum Thema, obwohl Magneto mindestens ebenso boshaft wie Shylock und die Szene mit ihm als Kind im KZ fast ebenso schwarz-weiss wie der Grossteil von ‚Schindler’s List’ ist.
Brisanz ist gefragt? Dann lanciere ich hiermit aus dem hohlen Bauch heraus das Internet-Gerücht, dass Steven Spielberg’s‚ Jaws’ (‚Der Weisse Hai’) ursprünglich unter dem Arbeitstitel ‚Jews’ von einem übermächtigen, jüdischen Hai handeln sollte, der aus Rache einen arischen Strand terrorisiert, dann aber von einem anderen Mitglied der jüdischen Gemeinschaft zur Strecke gebracht wird. Voilà: innerhalb weniger Wochen werdet Ihr auf meine Website geleitet, wenn Ihr auch nur daran denkt, nach ‚Kontroverse’ zu googlen. DAS ist Brisanz.

Zurück zum Thema: Im Allgemeinen wird ebendiese Brisanz als Grund aufgeführt, dass ‚The Merchant of Venice’ bis jetzt als Filmvorlage eher vernachlässigt wurde. Ich selber vertrete die Auffassung, dass Filmemacher bis jetzt einfach das Risiko, einen langweiligen Film abzuliefern als zu gross eingestuft hatten. Angesichts der Tatsache, dass ich die literarische Vorlage von Shakespeare nicht gekannt hatte, bis ich den Film gesehen habe, ist diese meine Behauptung natürlich ein ‚circulus in probando’, eine Feststellung, die ich erst im Nachhinein machen konnte. Das ist das schöne an Fremdwörtern: An dieser Stelle studieren noch 85% meiner Leser was ein ‚circulus in probando’ denn ist, (es ist ein Zirkelschluss), und ich brauche mir keine Gedanken zu machen, wie ich wieder Fluss in den Text bringe, aber wer den Film gesehen hat, weiss, was ich meine: ‚The Merchant of Venice’ ist langweilig. Es soll sogar Leute geben, die während der Vorstellung eingeschlafen sind. Zwar ist dies dem Host selber seit ‚Sleepers’ nicht mehr passiert (kein Witz, ehrlich!), jedoch sind auch für ihn die narkoleptischen Reaktionen auf ‚The Merchant of Venice’ sehr wohl nachvollziehbar.
Kurz: Ich wartete den ganzen Film lang darauf, dass Al Pacino endlich aufdreht und den Kinosaal mit einem seiner lautstarken Monologe erzittern lässt. Doch obwohl es an einigen Stellen den Anschein macht, jetzt lege er los, kommt es nie zum ‚The Devil’s Advocate’ oder ‚Any Given Sunday’ – Moment (wer die Filme gesehen hat, weiss was ich meine). Die Rolle des Shylocks lässt dies gar nicht zu. Denn wenn Pacino aufdrehen würde, wäre der Film für seine Schauspielerkollegen gelaufen. Und soweit ich die Story verstanden habe, ist es der Dramaturgie nicht sonderlich hilfreich, wenn die Figur des Shylock zur Hauptidentifikationsfigur wird. Doch auch mit Pacino mit angezogener Handbremse passiert leider eben dies, was mitunter ein Grund ist, dass der Film nicht wirklich funktionieren kann. Halloo?! Dann besetzt nicht Al Pacino auf diesen Part oder gebt ihm einen ebenbürtigen Counterpart, vielleicht Sean Penn, Edward Norton oder wenigstens Jamie Foxx als Othello! Denn wenn der Shylock am Schluss mit eingezogenen ‚Little Friend’ herunterkapitelt wird, ist das für den Zuschauer so unbefriedigend wie wenn Tony Montana am Ende von ‚Scarface’ ins Zeugenschutzprogramm aufgenommen werden würde. (Übrigens weiss ich sehr wohl, dass Othello nicht im ‚Kaufmann von Venedig’ vorkommt, aber wenn im Sommer ‚Stealth’ in die Kinos kommt, könnten Foxx’s Oscar-Ehren so schnell aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit verschwinden wie der gleichnamige Flieger vom Radar, und Foxx wäre froh, wenn er auf einen Othello in seinem Lebenslauf verweisen könnte.)

Nun ein Wort zum eigentlichen ‚Helden’ des Stücks: Obwohl Joseph Fiennes seit ‚Shakespeare in Love’ was Frauen anbelangt nicht viel gelernt zu haben scheint, kann man nichts gegen seine schauspielerischen Fähigkeiten sagen. Nicht umsonst sind seine Leistungen in ‚Schindler’s List’ oder ‚The English Patient’ bis heute unverg…, oh, entschuldige Joseph. Nächstes Thema.

Abschliessend kann ich sagen, dass das Beste an ‚The Merchant of Venice’ die Tatsache ist, dass ich mich an einen anderen Film erinnert wähnte, den schon fast vergessen hatte: ‚Looking for Richard’. Jedem, der sich für eine wirklich gelungene und amüsante Kombination von Shakespeare und Pacino interessiert, dem lege ich diesen pseudo-dokumentarischen Film mit vielen bekannten Gesichtern ans Herz. Und wenn man Al Pacino dann immer noch als Juden in brisantem Umfeld sehen will, dann empfehle ich den Thriller ‚People I know’ (‚Der innere Kreis’).

The Life Aquatic with Steve Zissou

The Life Aquatic with Steve ZissouAuf diesen Film habe ich gewartet: Endlich ein wirklich guter Grund, wieder einmal eine neue Kritik zu verfassen.

Und weil sich der Host so sehr darüber freut, gibt´s ab heute sogar ein neues Bewertungssystem auf nidwirkli.ch: Der grösste Vorteil dabei: Ich kann nun meinen Senf zu den Filmen geben, auch ohne eine ellenlange Abhandlung darüber zu schreiben.

Nun trotzdem noch einige Worte zu dieser herrlich schrägen und amüsanten Hommage an Jaques Cousteau: Zwar interessiere ich mich weder für Wasser, Fische, Ozeanografen noch sonst für irgendein Thema, welches in diesem Film aufgegriffen wird, trotzdem liebte ich diesen Film. Wer Bill Murray mag und seine Rolle in ´Lost in Translation´ liebte, ist in ´The Life Aquatic´ auf jeden Fall schon mal sicher im richtigen Film.
Hier aber gleich eine Warnung: Eine gewisse Affinität zu schrägem Humor ist eine dringende Voraussetzung, um diesen Streifen wirklich geniessen zu können. Wem diese abgeht, wird wohl fragend auf die Leinwand starren und sich eher langweilen als amüsieren.
Alle anderen können sicher sein, dass schon die Besetzung, angefangen bei Bill Murray über Owen Wilson, Willem Dafoe und Cate Blanchett bis hin zu einem lange nicht mehr gesehenen Jeff Goldblum den Preis für das Ticket wert ist. Lange nicht so gelacht.

The Terminal

The TerminalEs wird wieder kälter in unseren Breiten. Die Blätter fallen von den Bäumen, der Nebel setzt sich in den Tälern und die bedrückte Stimmung in den Herzen der Fussgänger fest. Der Herbst ist da. Doch während der eben noch so farbenfrohe Wald immer karger und das Wetter immer grauer wird, spielbergelt es auch wieder in den Kinosälen. Der verträumte Meisterregisseur bringt uns in dieser kalten Zeit etwas fürs Gemüt: ‚The Terminal’.

Wenn draussen die Tage kürzer und in den muffigen Wartesälen die Gesichter länger werden, tut es richtig gut, sich in der lichtdurchfluteten Ankunftshalle des JFK Airports zusammen mit Viktor Navorski (hervorragend gespielt von Tom Hanks) aufzuwärmen und mitzuerleben, wie Spielberg aus einer eigentlich belanglosen Geschichte ein herzerwärmendes und vor allem amüsantes Stück über Einsamkeit und Freundschaft, Menschlichkeit und Pflichterfüllung, Jazz und ausgestopfte Fische zaubert.

Nach Spielbergs doch eher actionlastigem ‚Minority Report’ findet er mit ‚Catch me if you can’ und nun mit ‚The Terminal’ wieder zu seiner genüsslich-phantasievollen Erzählweise zurück und liefert ein herrliches Stück Unterhaltungskino ab. Vor allem den Darstellern, Dialogen und den meisterhaften Kameraarbeit und Montage ist es zu verdanken, dass der Film sich gegen Ende von der 08:15 Komödie zu einer Art verfrühtem Weihnachtsmärchen entwickelt, dem es nicht an literarischen Motiven und Anspielungen fehlt, denn zeitweise wähnte ich mich sogar an Elemente aus Homers Odyssee oder Don Quichotte erinnert.

Vor allem Tom Hanks, einige witzige Einfälle und der feine Humor machen den Film auf jeden Fall sehenswert. Denn ob es in ‚War of the Worlds’ ebenfalls wieder so schön spielbergelt, bezweifle ich. Dann wird wohl eher wieder gecruist.

Der Untergang

Der UntergangIch hätte einige Gründe, bei dieser Kritik mal wieder so richtig dreinzufahren: Warum etwa sollte man sich einen Film anschauen, der stellenweise daherkommt wie ein Telekolleg für suizidär veranlagte Menschen?
Nachdem mir jedoch bei meinem Besuch von ‚Der Untergang’ ungewöhnlich viele Kinobesucher in einem sonst eher unbelebten Spartenkino begegneten, besinne ich mich nun doch auf meine Verpflichtungen als Aufklärer und gehe zur Abwechslung mal etwas nüchterner an die Besprechung heran.

Was also treibt die Massen in ‚Der Untergang’? In der Warteschlange im Foyer fühlte ich mich plötzlich unweigerlich an das Kinoerlebnis von ‚The Passion of the Christ’ oder ‚Fahrenheit 9/11’ erinnert. Allein die Anzahl der Besucher konnte nicht der Grund für dieses Deja-vu sein, schliesslich bin ich mir das von anderen Blockbustern gewöhnt. Es war wohl eher die Zusammensetzung des Publikums: Fällt das Stichwort ‚anspruchsvoll’ findet auch mal der gesetzte, erwachsene Kulturgebildete seinen Weg ins Kino, schloss ich. Nein, anspruchsvolle Filme sind nicht irgendwelche billigen Sommerhits, welche von den Studios zu riesigen Seifenblasen aufgepumpt worden sind. Nein, hier handelt es sich um Kunstwerke, mit Inhalten und Themen, die zählen. Kultur eben. Anstrengende Oeuvres, die nachdenklich und betroffen machen. Nicht dieser kommerzielle Schund, der unter Umständen sogar noch unterhalten könnte.
Man stelle sich den imaginären Hauke vor, wie er im Lesezirkel zugibt, das letzte Kapitel von ‚Der Zauberberg’ noch nicht fertig gelesen zu haben, weil er sich lieber noch mal Spiderman auf DVD angeschaut hat: Rausschmiss aus dem Club und Hausverbot im Reformkostladen wären die Folge. Einzig Kultur mit Tiefgang ist verzeihbar, wo das ‚Lachen, das einem im Halse stecken bleibt’ der höchste Grad an zugelassener Unterhaltung ist.
Während ich mich noch fragte, warum ich mir überhaupt all diese wirren Gedanken zum Klassenkampf zwischen Kunst und Kommerz mache, fiel es mir wie Schuppen von den Haaren: Vielleicht war ich einmal mehr Zeuge eines Phänomens, das spätestens seit der heuchlerischen Dogma-Filmerei immer häufiger zu beobachten ist: Die wohl subversivsten Art, einen Film zu vermarkten: Der Hype für Anspruchsvolle! Oder: Was mache ich aus einem schlechten Film, der zudem so langweilig ist, dass er nicht als Mainstream-Kracher verheizt werden kann? Man nennt es ‚anspruchsvoll’ und findet auch so ein dankbares Publikum.
Warum, frage ich, muss ‚anerkannte’ Kunst und Kultur nur immer ernsthaft, kompliziert und auf keinen Fall unterhaltsam sein? Es gibt doch schon mehr als genug solchen Müll in der Mainstream-Ecke.

Glücklicherweise trifft entgegen meinen Erwartungen nichts von alledem auf ‚Der Untergang’ zu. Sieht man von einigen Längen am Schluss ab, weiss der Streifen sehr wohl zu unterhalten. Überraschenderweise gibt’s stellenweise sogar was zu schmunzeln. Auch Story, Dramaturgie, Spannung und Humor, die hervorragende Besetzung und die üppige Ausstattung wissen zu überzeugen.

Obwohl der Film also im allgemein alles andere als enttäuscht, macht ihn erst die gewagte Perspektive, aus der die Geschichte erzählt wird, sehenswert: Die Nazis, allen voran Hitler, werden hier einmal nicht als klischierte Monster oder tumbe Lakaien dargestellt, sondern bleiben während dem ganzen Film mehr oder weniger sorgfältig ausgearbeitete Charaktere, die mit ihrem Schicksal hadern. Mehrmals werden zwar auch Aspekte wie Judenverfolgung oder ideologische Gleichschaltung thematisiert. Dies geschieht jedoch eher der Vollständigkeit halber und wird nie zur Hauptaussage des Filmes gemacht.
Ich rechne es dabei den Machern hoch an, dass der Film auch mit dem gewagten Versuch, Hitler als eine Person unter vielen darzustellen, nie zu provozieren versucht. Vielmehr wird da eine (wohl wahre) Geschichte aus ungewohnter Perspektive erzählt, in der nun mal einer der Protagonisten Hitler heisst.

Dieses Vorgehen gibt dem Film einen sehr eigenwilligen Charakter, denn gerade diese Nüchternheit im Film schafft eine Spannung, die per Tränendrüse oder schlechtem Gewissen nicht zu realisieren gewesen wäre.
Diese Art der Inszenierung an sich würde eigentlich 4 Punkte verdienen; beurteile ich den Film jedoch wie anfangs versprochen ebenso nüchtern und als Gesamtwerk, vermag auch Bruno ganz beeindruckende schauspielerische Leistung den Film nicht über ein (sehr gutes) Mittelmass zu erheben.