The Matrix – Reloaded

The Matrix ReloadedMeine erste Reaktion nach dem Film war: “Häh?”. Vor allem war mein Stolz etwas verletzt: Noch nie war es mir passiert, dass weder meine Englischen Mündlich-, noch meine schriftlichen Deutschkenntnisse dem Handlungsverlauf nachkamen. Die Schlüsselszene, die mehr Fragen als Antworten lieferte, überforderte mich ganz einfach. Trotzdem bin ich begeistert vom Film, auch wenn meine Erwartungen nicht ganz erfüllt wurden. Ich denke, dem Film fehlt ein wenig der Rhythmus oder Rhythmus, je nach dem wie man das heute so schreibt. Ich hasse es zwar, Sätze wie diesen zu schreiben, aber bei all den wirklich tollen Effekten ging etwas das Feingefühl für das Gleichgewicht von Ruhe und Action verloren. Bei der Kategorisierung von Actionfilmen ist mir aufgefallen, dass ´Matrix reloaded´ kein richtiger Actionfilm ist. Jedem anderen Actionfilm dieses Formates ist es möglich, ein Equilibrium von Ruhe und Action herzustellen, nicht so “Matrix reloaded´. Der Film ist eher wie ein Virus, der von einer Actionszene zur nächsten zieht, ohne wirklich Zeit für den Aufbau des ´Charakters´ des Films zu geben… Ok, ok, das war nun wirklich billig. Aber treffend. Ansonsten ist ´Matrix – Reloaded´ ein Must für alle Kinofans. Technisch brillant, die Schauspieler sind ansehnlich und über einen fehlende Story kann und will ich mich auch nicht beklagen. Ein Highlight des Filmes ist wieder einmal Hugo Weaving. (Ich glaube im übrigen, dass in Zukunft nur noch Hugo Weaving, Ian McKellen, Samuel L. Jackson und Colin Farrel für alle Parts in sämtlichen Hollywoodfilmen gecastet werden sollten. Reichen würde es eigentlich, und man müsste sich nicht immer umgewöhnen.) Auf jeden Fall freue ich mich auf den dritten Teil. Alle Fans sollten übrigens die Credits (bald als 2-stündiger Director´s Cut auf DVD erhältlich) abwarten und den Trailer zu ´Matrix Revolutions´ geniessen.

Confessions of a Dangerous Mind

Ich mag semi- oder pseudobiografische Geschichten. Insbesondere wenn sie so unterhaltsam und zugleich visuell ansprechend inszeniert sind. Zugegebenermassen, George Clooney hat bei seinem Regiedebüt eindeutig auf den Stil seines Kollegen Steven Soderberg zurückgegriffen. Aber wie man so schön sagt – lieber gut geklaut als schlecht erfunden.

Der Hauptgrund, diesen Film zu schauen ist sein Hauptdarsteller: Sam Rockwell in der Rolle des Chuck Berris. Wer «The Green Mile» gesehen hat, kann sich vielleicht noch daran erinnern, wie herrlich abscheulich Rockwell den Wild Bill gespielt hat. Ziemlich arrogant und irgendwie immer etwas unangemessen ist er auch in diesem Film, doch der Charakter des Chuck Berris zieht einem eindeutig in seinen Bann. Allein seine Mimik ist unbezahlbar. Irgendwie sieht er zwar immer etwas dumm aus der Wäsche, als wisse er nicht ganz, wie ihm im Film eigentlich geschieht, gerade dies verleiht ihm jedoch einen Art Souveränität, die den Film und den Verlauf der Geschichte unterstützt und Berris als Identifikationsfigur erst möglich macht.

Ansonsten spielen alle bekannteren Schauspieler ihr gewohntes Spiel. Wenn man «Out of Sight» und «Ocean’s Eleven» gesehen und vor allem gemocht hat, wird man sich wie bei alten Bekannten vorkommen. Sogar Brad Pitt hat einen Gastauftritt und geniesst es wieder einmal einfach, Brad Pitt zu sein.

Archives | First published: January 1, 2003