Der Untergang

Der UntergangIch hätte einige Gründe, bei dieser Kritik mal wieder so richtig dreinzufahren: Warum etwa sollte man sich einen Film anschauen, der stellenweise daherkommt wie ein Telekolleg für suizidär veranlagte Menschen?
Nachdem mir jedoch bei meinem Besuch von ‚Der Untergang’ ungewöhnlich viele Kinobesucher in einem sonst eher unbelebten Spartenkino begegneten, besinne ich mich nun doch auf meine Verpflichtungen als Aufklärer und gehe zur Abwechslung mal etwas nüchterner an die Besprechung heran.

Was also treibt die Massen in ‚Der Untergang’? In der Warteschlange im Foyer fühlte ich mich plötzlich unweigerlich an das Kinoerlebnis von ‚The Passion of the Christ’ oder ‚Fahrenheit 9/11’ erinnert. Allein die Anzahl der Besucher konnte nicht der Grund für dieses Deja-vu sein, schliesslich bin ich mir das von anderen Blockbustern gewöhnt. Es war wohl eher die Zusammensetzung des Publikums: Fällt das Stichwort ‚anspruchsvoll’ findet auch mal der gesetzte, erwachsene Kulturgebildete seinen Weg ins Kino, schloss ich. Nein, anspruchsvolle Filme sind nicht irgendwelche billigen Sommerhits, welche von den Studios zu riesigen Seifenblasen aufgepumpt worden sind. Nein, hier handelt es sich um Kunstwerke, mit Inhalten und Themen, die zählen. Kultur eben. Anstrengende Oeuvres, die nachdenklich und betroffen machen. Nicht dieser kommerzielle Schund, der unter Umständen sogar noch unterhalten könnte.
Man stelle sich den imaginären Hauke vor, wie er im Lesezirkel zugibt, das letzte Kapitel von ‚Der Zauberberg’ noch nicht fertig gelesen zu haben, weil er sich lieber noch mal Spiderman auf DVD angeschaut hat: Rausschmiss aus dem Club und Hausverbot im Reformkostladen wären die Folge. Einzig Kultur mit Tiefgang ist verzeihbar, wo das ‚Lachen, das einem im Halse stecken bleibt’ der höchste Grad an zugelassener Unterhaltung ist.
Während ich mich noch fragte, warum ich mir überhaupt all diese wirren Gedanken zum Klassenkampf zwischen Kunst und Kommerz mache, fiel es mir wie Schuppen von den Haaren: Vielleicht war ich einmal mehr Zeuge eines Phänomens, das spätestens seit der heuchlerischen Dogma-Filmerei immer häufiger zu beobachten ist: Die wohl subversivsten Art, einen Film zu vermarkten: Der Hype für Anspruchsvolle! Oder: Was mache ich aus einem schlechten Film, der zudem so langweilig ist, dass er nicht als Mainstream-Kracher verheizt werden kann? Man nennt es ‚anspruchsvoll’ und findet auch so ein dankbares Publikum.
Warum, frage ich, muss ‚anerkannte’ Kunst und Kultur nur immer ernsthaft, kompliziert und auf keinen Fall unterhaltsam sein? Es gibt doch schon mehr als genug solchen Müll in der Mainstream-Ecke.

Glücklicherweise trifft entgegen meinen Erwartungen nichts von alledem auf ‚Der Untergang’ zu. Sieht man von einigen Längen am Schluss ab, weiss der Streifen sehr wohl zu unterhalten. Überraschenderweise gibt’s stellenweise sogar was zu schmunzeln. Auch Story, Dramaturgie, Spannung und Humor, die hervorragende Besetzung und die üppige Ausstattung wissen zu überzeugen.

Obwohl der Film also im allgemein alles andere als enttäuscht, macht ihn erst die gewagte Perspektive, aus der die Geschichte erzählt wird, sehenswert: Die Nazis, allen voran Hitler, werden hier einmal nicht als klischierte Monster oder tumbe Lakaien dargestellt, sondern bleiben während dem ganzen Film mehr oder weniger sorgfältig ausgearbeitete Charaktere, die mit ihrem Schicksal hadern. Mehrmals werden zwar auch Aspekte wie Judenverfolgung oder ideologische Gleichschaltung thematisiert. Dies geschieht jedoch eher der Vollständigkeit halber und wird nie zur Hauptaussage des Filmes gemacht.
Ich rechne es dabei den Machern hoch an, dass der Film auch mit dem gewagten Versuch, Hitler als eine Person unter vielen darzustellen, nie zu provozieren versucht. Vielmehr wird da eine (wohl wahre) Geschichte aus ungewohnter Perspektive erzählt, in der nun mal einer der Protagonisten Hitler heisst.

Dieses Vorgehen gibt dem Film einen sehr eigenwilligen Charakter, denn gerade diese Nüchternheit im Film schafft eine Spannung, die per Tränendrüse oder schlechtem Gewissen nicht zu realisieren gewesen wäre.
Diese Art der Inszenierung an sich würde eigentlich 4 Punkte verdienen; beurteile ich den Film jedoch wie anfangs versprochen ebenso nüchtern und als Gesamtwerk, vermag auch Bruno ganz beeindruckende schauspielerische Leistung den Film nicht über ein (sehr gutes) Mittelmass zu erheben.

Hellboy

Hellboy´Snowball in Hell´ – Für diesen Streifen bekam Steven Seagal im Film ´In & Out´ einen Oskar als bester Schauspieler. Wer Steven Seagal kennt und ´In & Out´ gesehen hat oder zumindest der englischen Sprache mächtig ist, wird nun hoffentlich schmunzeln, denn ´Snowball in Hell´ war wohl der beste Gag in Frank Oz´ Komödie von 1997.

Die wohl verwirrte Mehrheit der Leser kann ab hier wieder einsteigen: ´Snowball in Hell´ hat natürlich herzlich wenig mit ´Hellboy´ zu tun, aber was soll´s – eh man sich´s versieht, ist man schon mitten in der ´Hellboy´ Kritik angelangt, ohne dass der Host auch nur die geringste Anstrengung unternommen hätte, sich einen passenden Anfang für diesen Text auszudenken.
Doch nun endlich zum eigentlichen Thema: ´Hellboy´ ist ein echter Leckerbissen. Comicverfilmungen sind zugegebenermassen zur Zeit nicht gerade Mangelware in den Kinos. Nach ´Catwoman´ scheint mir aber ein so gelungener Film wie ´Hellboy´ gerade recht zu kommen, um die Reputation der Comicverfilmung nach dem felinen Desaster wiederherzustellen. (Nein, natürlich habe ich ´Catwoman´ nicht gesehen. Warum ich mir dann ein Urteil über den Film erlaube? Weil meine Schmähschriften nur auf diese Art unbeeinflusst, subjektiv und letztlich unabhängig bleiben.)

Zwar muss ich einmal mehr gestehen, dass ich, wie bereits bei ´Harry Potter´, ´I Robot´ oder ´Passion of the Christ´ die literarische Vorlage nur vom Hörensagen kenne. Trotzdem wage ich zu behaupten, dass der Transfer von Mike Mignola´s Comic auf die Leinwand voll und ganz gelungen ist. Aus einleuchtendem Grund kann ich mir kein Urteil über die Authentizität von Aussehen und Charakter von Hauptfigur, Story und Hintergrund erlauben, als Film funktioniert das ganze jedoch einwandfrei und übertraf meine (hohen) Erwartungen sogar.
Fantasievoll, Lustig, spannend, düster, überraschend, ja sogar als charismatisch könnte man ´Hellboy´ bezeichnen. Dies ist vor allem der treffenden Besetzung des Hauptcharakters zu verdanken. Obwohl Ron Perlman schon seit Jahren eine feste Grösse im Fantasy- und Horrorgenre ist, scheint ´Hellboy´ der erste Film zu sein, dem er seinen persönlichen Stempel aufdrücken konnte (oder durfte). ´Red´ sprüht geradezu vor Witz, Charisma und vor allem Selbstironie und irgendwie hat man das Gefühl, dass Perlman nicht allzu tief unter den Schichten von Make up steckt und einen Heidenspass an seiner Rolle hat.
Natürlich ist der Film keine Charakterstudie sondern ein hervorragend gemachtes Fun-Movie, das über weite Strecken von der Präsenz des Hauptcharakters getragen wird. Denn was Story, Dramaturgie und Action betrifft, bietet ´Hellboy´ trotz einigen witzigen Einfällen nicht viel neues.

Auf die Erwähnung von Karl Ruprect Kroenen, dem herrlich bösen Handlanger von Rasputin, möchte ich an dieser Stelle nicht verzichten. Einer, wie ich finde, der interessanteren Bösewichte in der jüngeren Kinogeschichte. Kroenen erinnert an die gute alte Zeit eines T-1000 oder eines Predators, als die Schurken einfach nur durchtrieben und gemein sein duften und nicht eine grauzonige Antithese zum ebenfalls gebrochenen Helden darstellen mussten.
Wer sich ´Hellboy´ anschauen sollte, wird jedoch feststellen, dass auch der Kern unter Kroenen´s harter Schale weich ist,… um nicht zu sagen matschig.

Collateral

CollateralEs gibt ja Hollywood-Schauspieler, die erklären jedem, den es interessiert (und auch allen anderen), wie sie sich bei der Rollenwahl bemühen, möglichst nicht in diese kleinen Besetzungsschachteln gesteckt zu werden. Wir Zuschauer sind natürlich jedes Mal erleichtert, wenn wir dieses Statement aus dem sprachfähigen Kopfloch eines Hollywood-Schauspielers hören. Solche Einblicke in die Abgründe einer Schauspielerseele sind ja meist unglaublich informativ, etwa wenn uns [beliebigen Schaupielernamen einfügen] erklärt, wie familiär doch die Atmosphäre beim Dreh von [passenden Filmtitel einfügen] war. Oder wenn uns Bruno Ganz im TV-Interview zum zehntausendsten Mal erklärt, wie er die Rolle des Hitlers nicht mehr ausschlagen konnte, nachdem seine Ähnlichkeit zum deutsch-österreichischen Austauschdiktator schon so offensichtlich zum Vorschein kam, als er nur Perücke und Waffenrock anprobiert hatte.

So ist es verständlich, dass auch ein Schauspieler von der Grösse,… oder besser vom Kaliber eines Tom Cruise’ zur Abwechslung mal einen ganz neue Art von Charakter spielen möchte. Nach ‚Collateral’ hat er nun schon ganze zwei Charaktere im Repertoire: Die des philosophierenden Killers und eben die des arroganten, kaltschnäuzigen Egomanen, der sich zum liebevollen Gutmenschen mausert. Mit dieser Cruise’schen Wandlung vom Saulus zum Paulus verdient Tom Cruise nun schon seit zwei Jahrzehnten seinen Lebensunterhalt.
Zu behaupten, Cruise’s Rollen in seinen vergangenen Filmen beschränkten sich auf den ewig gleichen Charakter in verschiedenen Variationen wäre natürlich falsch und übertrieben. Doch weit davon entfernt, ein eigenes Genre aus dem ganzen zu machen, ist der Star nicht mehr, denn die Mehrzahl seiner bekanntesten Rollen lassen mehr oder weniger tatsächlich auf das Cruise’sche Prinzip zurückführen: Legend, Top Gun, Rain Man, Days of Thunder, A Few Good Men, Jerry Maguire, Eyes Wide Shut, Magnolia, Vanilla Sky, The Last Samurai: Ein arrogant grinsender Erfolgsmensch fliegt bös auf die Schnauze, macht dann eine Weile ein etwas betroffenes, ernst dreinblickendes Gesicht, um am Ende als ganz neuer Mensch weiterzugrinsen.
So gesehen wurde Tom Cruise in ‚Collateral’ wirklich mal gegen den Strich besetzt. Vincent, der ebenso nette wie ergraute (dieses Wort gehört einfach in eine anständige ‚Collateral’-Kritik) Auftragskiller mit philosophischen Ambitionen ist zur Abwechslung mal eine Figur, die in Cruise’s Filmographie seinesgleichen sucht.
ABER: Offensichtlich spielt es überhaupt keine Rolle, ob Cruise nun einen Auftragskiller oder einen Geheimagenten oder sonst was spielt. Das Grinsen bleibt. Und mit dem Grinsen bleibt auch Tom Cruise immer derselbe. Das ist an sich ja an sich auch nicht so schlimm. Nur wird dadurch der Story, Dramaturgie und Glaubwürdigkeit von ‚Collateral’ nicht gerade ein Gefallen getan: Durch die Präsenz und Sympathie, die Cruise nun mal ausstrahlt, wird der Bad Guy Vincent zur Hauptidentifikationsfigur und verdrängt Max, seinen Antipoden. Damit gerät der Film, dessen Triebfeder wohl eben diese teuflisch-verführerische Freundlichkeit und die angedeutete unmögliche Freundschaft zwischen Täter und Opfer (Stockholm-Syndrom?) gewesen wäre, aus dem Gleichgewicht. Der Bösewicht ist einfach zu nett und Jamie Foxx als Max kann trotz seiner soliden schauspielerischen Leistung nichts daran ändern.
Zu Beginn wirkt ‚Collateral’ ohnehin wie ein Buddy-Movie, in den auch Mel Gibson und Danny Glover gepasst hätten. Wenn Vincent gegen Schluss endlich so richtig böse wird und auf Max losgeht, ist der Film leider schon fast vorbei und man fragt sich, ob die beiden denn nicht einfach wieder lieb miteinander sein können.
Collateral ist somit ein perfekt gestylter Thriller, der immer noch um Klassen besser ist als der üble Durchschnitt, der sonst in die Kinos gespühlt wird. Im unvermeidlichen Vergleich mit Michael Mann’s Meisterwerk ‚Heat’ schneidet er jedoch schlecht ab und man wünscht sich, die der ganze Film sässe so gut wie Tom Cruises Anzug.

The Village

The VillageIch bringe es mal hinter mich – dann ist es raus: ´The Village´ ist enttäuschen. ABER wie könnte es auch anders sein?
1999 wurde ich von ´The 6th Sense´ angefixt. Seither brauche ich den Stoff von M. Night Shyamalan. Und mit jedem Film will ich mehr – mehr Suspense, mehr dieser origniellen Einstellungen, mehr Überraschung am Ende. Leider ist in diesen Belangen ´The 6th Sense´ nun mal kaum zu überbieten und bereits ´Unbreakable´ und ´Signs´ schienen bei aller Qualität eben nur weitere Versionen des ursprünglichen Thriller-Konzepts von ´The 6th Sense´ zu sein. Mit ´The Village´ hat sich dieses Konzept etwas totgelaufen – vorläufig zumindest.
Eine objektive Beurteilung von ´The Village´ als eigenständiger Film ist daher kaum möglich.
Das dankbarste für M. Night Shyamalan wäre wahrscheinlich, wenn er sich ein Pseudonym zulegen würde. Dann wären der Druck und die Erwartungshaltung nicht so stark und die Qualität seiner Werke kämen wieder voll zur Geltung. Leider müsste er dann wahrscheinlich auch auf seine geliebten Gastauftritte verzichten.

Mit ´The Village´ beweist Shyamalan einmal mehr, dass er zu den begabtesten jungen Regisseuren Hollywoods gehört. Handwerklich und erzählerisch perfekt beschreibt er in ruhigen und darum umso spannenderen Bildern das ländliche Leben der Dörfler um Joaquin Pheonix, Adrien Brody und William Hurt. Wo David Fincher auf visuelle Gimmicks oder Michael Bay auf ultraschnelle Schnitte setzt, konzentriert sich Shyamalan einmal mehr auf die Kamera und die einzelnen Einstellungen. Hier spiegeln sich die Überraschungen, die ihn bekannt machten, im kleinen wieder und jede noch so alltägliche Einstellung kann zum Shocker werden. ´Getrickst´ wird dabei nur selten, etwa wenn der Meister sich traditionelle selber vor der Kamera zeigt. Dabei kombiniert er die einzelnen Elemente so virtuos, dass eine übertriebenen Nachbearbeitung mit Effekten oder schnellen Schnitten überflüssig wäre und gekünstelt wirken würde. Wahrscheinlich gehören seine Filme darum zu den wenigen Thrillern, die einen noch aus den Sitzen zu schrecken vermögen.

Ich wage nicht, mehr über den ´The Village´ zu erzählen, um niemandem die Überraschung zu verderben. Denn das gibt´s auch in diesem Shyamalan-Streifen: Die Überraschung am Schluss.

The Chronicles of Riddick

The Chronicles of RiddickEs scheint, als hätte man besser noch ein halbes Jahr mit der Herausgabe des neuen Dudens gewartet. Die semantischen Perlen, mit denen uns da ´Chronicles of Riddick´ beglückt, gehörten nun wirklich in jedes lexikalische Standardwerk: Es ist schon erstaunlich, in welchem Ernst die Hauptcharaktere, allen voran natürlich Testosteronglatze Vin Diesel, Wörter wie ´Nekromonger´, ´Crematoria´ oder ´General Marshal´ über die Lippen bringen, ohne dabei auch nur mit der Wimper zu zucken. Diese ungewollte (?) Komik verleiht dem Film die nötige Leichtigkeit und einen gewissen Trash-Faktor, was den Film erträglich, ja irgendwie sogar charmant macht.
Obwohl die Story erwartungsgemäss simpel gestrickt ist, hatte ich beim besten Willen Mühe, die Absichten und Beweggründe der meisten Figuren nachzuvollziehen. Die Logik hätte man am besten sowieso an der Kinokasse abgegeben,… aber was erzähl ich, so was hat mich ja noch nie gestört.
Angesichts der prächtig-protzigen Ausstattung und dem phantasievollen Produktionsdesign war ich erst geblendet und dachte, dieser Film könnte tatsächlich ernst gemeint sein. Zuerst wähnte ich mich sogar in einer dieser unsäglichen ´Dune´-Sequel-TV-Produktionen, merkte dann aber schnell, dass dieser Streifen sich in völlig anderen Sphären des Unsinns bewegte. Dies ist nicht abwertend zu verstehen. Nachdem ich mich erst mal an den eigenwilligen Charaketer des Film gewöhnt hatte, wurde ich prima unterhalten. Immer gespannt, was für eine Figur oder welche Location wohl als nächstes meine Lachmuskeln provozieren würde.
Es ist einer dieser B-Movies, der im Kleid einer A-Produktion daherkommt. Und in solchen Filmen macht Vin Diesel halt schon eine gute Figur (wenn ich nur mal was verstehen würde, wenn er dann mal was brummelt).
Leider schafft es dieser Trash Bonus nicht, den Film über die 2. Hälfte des Filmes zu retten. Dann gerät er so aus dem Takt, dass das anfängliche Amusement leider der Langeweile weichen muss. Wenigsten wird das ganze mit einem angemessenen Schluss abgeschmeckt, so dass man gut gelaunt das Kino verlässt.

Zum Abschluss zwei Gründe, warum eigentlich jeder ´Chronicles of Riddick´ gesehen haben sollte:
1. Wann sieht man schon mal Judi Dench und Vin Diesel im selben Film?
2. Das Science Fiction Genre ist in den Kinos in letzter Zeit sowieso untervertreten. Da hilft ´Riddick´ doch, die Wartezeit auf ´Star Wars Epi III´ zu verkürzen. (Wenn ich´s mir recht überlege wäre ich erleichtert, wenn ´Revenge of the Sith´ nur annähernd so unterhaltsam wird wie ´Riddick´. Aber nach Epi I und II mache ich mich besser schon jetzt auf eine Enttäuschung bereit.)

Dawn of The Dead

Dawn of The DeadEs geschehen noch Zeichen und Wunder! Tatsächlich schaffte es dieser kompromisslose Splatterfilm in die Schweizer Kinos. Das hätte ich nun wirklich nicht für möglich gehalten. Darum war ich angenehm überrascht, als ich (spätestens nach dem Vorspann) begriff, dass dies nicht ein weiterer weichgespühlter Teenie-Horrorfilm war, sondern knallharte Splatter-Action der traditionellen Art. Die unvergleichliche, ausserordentlich gelungenen Mischung aus Metzgete und Humor überzeugt auf der ganzen Linie (wenn´s einem denn gefällt). Zwar besteht der Film praktisch nur aus aneinandergereihten Ekelszenen, verdichtet durch Spannungselemente und aufgelockert durch Humor und Fahrstuhlmusik, dies ist aber so konsequent und kompromisslos umgesetzt, dass es tatsächlich funktioniert und man zwar angewiedert, aber mit einem bitteren Grinsen und vor allem prächtig unterhalten, den Kinosaal verlässt.
´Dawn of the Dead´ ist sicher Geschmackssache, wenn man in diesem Fall von Geschmack reden will, wer sich aber in von solchen Filmen nicht allzu sehr abgestossen fühlt, sollte den Film nicht verpassen.

Harry Potter and the Prisoner of Askaban

Harry Potter and the Prisoner of AskabanUnd so begab es sich, dass sich der Herrscher von nidwirkli.ch erneut zum Kinematographen aufmachte, um sein undankbares Dasein als Webhost ein weiteres Mal gegen ein paar Stunden Heiterkeit einzutauschen. Weder der strömende Regen noch die Schmach, noch nie ein Buch von J.K. Rowling in den Händen gehalten zu haben, konnten ihn davon abhalten, es sich im Kinosessel bequem zu machen und auf das Beste zu hoffen. Und wahrlich,… er sollte nicht enttäuscht werden.
Bereits zum dritten Mal ward unser Held schon bald verzaubert von den fantastischen Welten, die sich vor seinen Augen auftaten. Die Leinwand triefte buchstäblich vor originellen Ideen, die dem Host das Auge nicht zur Ruhe kommen liessen. Sicher, er war sich einiges (gutes, aber auch viel schlechtes) gewohnt von den Zauberern bei ILM, doch was sich da dem Beobachter bot, konnte zusammen mit der routinierten Akkustik von John Williams, den begabten Protagonisten und einer originellen Geschichte auf ganzer Linie überzeugen.
Schon bald war vergessen, das dies wohl eher ein Film für die Jüngeren sei, und der Host liess sich immer tiefer in die geheimnissvolle Welt hinter der weissen Leinwand entführen.
Bei seiner Reise bemerkte der Host immer wieder alte Bekannte und nicht ganz frische Details: Kristallkugeln, Werwölfe, Zeitreisen,… das hatte er doch schon so oft gesehen, noch nicht allzu lange her, und er wusste, da hatte jemand aber gehörig bei anderen geklaut. Dies tat jedoch seiner Erquickung keinen Abbruch. Nein, dieses Sammelsurium funktionierte: Nichts neues zwar, aber solide und spannende Unterhaltung.

Als sich der Host nach diesem Abenteuer aus dem Kinosessel schälte, hingen seine Gedanken noch einige Zeit der Vorstellung nach, wie es wohl wäre, wenn die Star Wars Prequels die Qualität einer Harry Potter Verfilmung erreichen würden. Aber dies bleibt wohl eine Wunschvorstellung. Die schon zu graue Eminenz im Hintergrund von Star Wars, du weisst schon wer, ist wohl zu sehr dem eigenen Ego verfallen.

The Day After Tomorrow

The Day After TomorrowDa sollte sich Wolfgang Petersen warm anziehen. Was sein Landsmann Roland Emmerich mit ‘The Day After Tomorrow’ (TDAT) präsentiert, übertrifft den lahmen Sandalenschinken ‘Troy’ in allen Punkten bei weitem. Sicher, man könnte dem Film Prädikate wie “anspruchslos”, “unrealistisch” “pathetisch” oder “kommerzieller Mainstream” anhaften… und man würde voll in’s Schwarze Treffen. Nichtsdestotrotz erfüllt TDAT voll und ganz meine (hohen) Erwartungen und übertrifft sie sogar. Ich bin erleichtert.
Was die filmischen Stilmittel Inszenierung, Schnitt und Musik betrifft, habe ich in diesem Genre seit längerem keinen so perfekt inszenierten und kohärenten Film mehr gesehen. (‘The Lord of the Rings’ ist eine Klasse für sich). Schauspielerisch wird der Film voll und ganz von Dennis Quaid (wieder so einer der mit dem Alter immer besser zu werden scheint) und Jake Gyllenhaal getragen. Die beiden sorgen dafür, dass in der ganzen grandiosen CGI-Verwüstung der Film auch erzählerisch und dramaturgisch funktioniert. Vor allem erhält man als Zuschauer endlich wieder einmal ein paar klare Identifikationsfiguren, nicht so wie im Protagonisten-Müesli ‘Troy’. Roland Emmerich, bekanntlich primär der Mann fürs Grobe, schafft es innert weniger Minuten, sämtliche Hauptcharaktere einzuführen und zu etablieren. (Etwas, was in ‘Troy’ trotz einer Filmlänge von fast 3 Stunden nicht gelang). Und Wenn ich schon dabei bin, Wolfgang Petersen ans Bein zu pinkeln: Was hat der gute Mann mit dem Budget von angeblich 180 Millionen Dollar gemacht? Betrachtet man, was Emmerich mit etwa 125 Millionen auf die Leinwand gebracht hat, erstaunt es schon, wo in ‘Troy’ das Geld hingeflossen ist: Hektoliterweise Körperöl? Ein Echtholz-Mahagonipferd? Oder waren die ach so revolutionären Special Effects etwa überteuert?
A propos Effekte: in TDAT wurden die visuellen Effekte wieder einmal mit der ganz grossen Kelle angerührt doch das ganze bleibt dank der geschickten Erzählweise, stimmigem Tempo und Rhythmus und der erwähnten schauspielerischen Leistung immer Mittel zum Zweck und wird nie zu einem zusätzlichen Hauptdarsteller des Films. Angesichts dieser Massen von Effekten hat da jemand ein wirklich gutes Händchen gehabt, als der Film arrangiert wurde.
‘The Day After Tomorrow’ hat mir so gut gefallen, dass ich sogar über etwas Kitsch und Pathos am Ende hinwegsehe. (Ja ich wäre sogar enttäuscht, wenn’s gefehlt hätte).

Obwohl die Diskussion um die Realitätsnähe des Filmes in vollem Gange ist und Roland Emmerich zum Sprachrohr Kyotos gemach wird, scheint mir, dass der clevere Schwabe nur wieder nach einer unverfänglichen Motiv gesucht hat, erneut einen Desasterfilm zu drehen. Den Aliens in ‘Independence Day’ wurde in die Rübe geschossen und das Publikum klatschte, der WWF schwieg, als Godzilla gejagt wurde und nun das Wetter als Bedrohung. Da kann man ja einfach keine moralischen Bedenken anbringen. Das ist sicher einfacher als einen Film über, sagen wir mal den elften September in die Kinos zu bringen.
Eine Warnung zum Schluss: Wer ‘Independence Day’ nicht mochte, der sollte auch TDAT meiden. Denn was das dramaturgische Grundgerüst und den Rhythmus betrifft, sind die beiden Filme praktisch identisch.

Mit ‘The Day After Tomorrow’ bietet das ganze Programm: Action, Drama, Humor und sogar einige kritische Seitenhiebe. Also alles, was ein Film braucht. Popcorn-Kino at it’s best! Der Kinosommer kann kommen!

Kill Bill Vol. 2

Kill Bill Vol. 2Nachdem meine Kritik zu ‘Kill Bill Vol. 1 doch eher mager ausfiel, möchte ich dem zweiten Volumen etwas mehr Platz widmen. Dies scheint mir auch dadurch gerechtfertigt, da das zweite Volumen von Kill Bill sogar noch um einiges besser ist als der Vorgänger. Sicher, seit dem ersten Teil ist in Sachen gewalttätigem Film einiges passiert (Gruss an Reverend Gibson), aber trotzdem könnte man den ersten Teil doch als ziemlich gewalt- und schlitzer-lastig bezeichnen. Nicht dass mich das gestört hätte, im Gegenteil. Doch gerade im Vergleich mit dem ersten Teil wirkt Kill Bill Vol. 2 geradezu philosophisch. Das liegt auch daran, dass Tarantino endlich wieder mal einige seiner genialen Dialoge präsentiert.
Der Umstand, dass Bill (David Carradine) den Superman Comic mal eben im sozialkritischen Umfeld analysiert, bevor er auf die Braut schiesst, erinnert irgendwie an Samuel L. Jackson’s Bibelzitat in Pulp Fiction.
Diese konstruierten und eigentlich völlig absurden Momente machen doch einen Tarantino Film erst zum Erlebnis. Davon abgesehen ist Kill Bill Vol 2 perfekt arrangiertes Kino. Jede Einstellung wirkt bis auf’s Letzte geplant und mit Liebe für’s Detail umgesetzt. Übrigens durfte auch S. L. Jackson in Kill Bill 2 nicht fehlen und auch sonst trifft man auf einige Überraschungen in der Besetzung (Naja zumindest auf eine).
Viele Einstellungen und Charaketere sind erneut aus Klassikern entliehen. Diese Anspielungen vergrössern aber das Vergnügen nur noch, wobei ich nicht behaupten möchte, dass ich alle Zitate wiedererkannt habe.
Obwohl ich so ziemlich alles von Quentin Tarantino gesehen habe (Einschliesslich einem Auftritt bei den Golden Girls’) und bereits über die relative Ernsthaftigkeit und Seriosität von ‘Jackie Brown’ ziemlich gestaunt hatte, muss ich zugeben, dass ich von Kill Bill Vol. 2 erneut enorm beeindruckt bin. Da versteht man plötzlich, warum Tarantino so lange an dem Werk herumgebastelt hat.
Es gibt genug Gründe, um Kill Bill Vol. 2 weiterzuempfehlen: Die überraschende Story, grandiose Charakterdarsteller, viel Humor, unzählige Filmzitate, herrliche Einstellungen und ein herausragender Soundtrack. Das einzige was ich am Film vermisste, war Tarantino selber, obwohl ich das Gefühl habe ihn in einer Einstellung wenigstens gehört zu haben…

21 Grams

21 GramsIch habe es ja nicht anders verdient: Host@nidwirkli.ch, dachte ich mir, es ist Zeit für einen seriösen Film, ohne Humor, Action und vor allem ohne Halle Berry. Da ich mich dann doch nicht zu einem europäischen Film durchringen konnte, ging ich eben in ’21 Grams’. Eigentlich freute ich mich sogar auf den Film: Sean Penn, Benicio Del Toro, eine Auszeichnung beim Venice Film Festival, und eine nicht chronologische Story. Da kann man ja nicht enttäuscht werden, denn zumindest letzteres bannte mich bei ‘Memento’ und ‘Identity’ gleichermassen.
Denkste. Dieser Film kam mir länger vor als ein eine DVD Version von ‘The Return of the King’ . Ich verlange ja nicht unter allen Umständen einen unterhaltenden Film. Doch so etwas demprimierendes wie ’21 Grams’ habe ich mir schon länger nicht mehr angetan.
Der Film fängt wirklich überzeugend an und weiss durch seine achronologische Erzählweise zu fesseln – vielleicht für dreiviertel Stunden. Danach wartete ich nur noch auf das Ende, ohne grosse Hoffnung auf ein “Surprise-Ending”, da man ja in gewisser Weise das Ende vom Film schon am Anfang gesehen hat. (In diesem Punkt reicht ’21 Grams’ nicht an ‘Memento’ heran. (Übringens auch in keinem anderen Punkt)

Während man anfangs noch herausgefordert wird, der Story zu folgen und zu erraten, wo auf der Zeitlinie man sich gerade befindet, verblasst diese Faszination spätestens dann, wenn man merkt, dass es eigentlich gar keine Rolle spielt, wo sich die Charaktere in der Geschichte gerade aufhalten, da sie während der ganzen Geschichte weder eine Wandlung noch einen signifikanten Höhepunkt beschreiben. So hatte ich das Gefühl, die vertrackte Erzählweise sollte nur über inhaltliche und filmische Schwächen hinwegtäuschen, was auf Dauer leider nicht gelingt.

Das Bitterste an diesem Kinoerlebnis ist, dass die Schauspieler von Sean Penn über Naomi Watts und Benicio del Toro bis hin zu den Nebendarstellern wirklich sehr überzeugende Arbeit leisten.
Darum gebe ich einen Punkt für die Darsteller und einen für den Mut, das Experiment ’21 Grams’ scheitern zu lassen.