Intolerable Cruelty

Intolerable CrueltyGeorge Clooney zeigt die Zähne: Was in ´O brother where are thou?´ die Schmiere in George Clooney´s Haar war, ist hier sein herrlich irres Grinsen. Und meiner Meinung nach auch das Lustigste im ganzen Film. Meine Empfehlung: Sehen, sofort wieder vergessen und ´The Big Lebowski´ oder ´Fargo´ zur Schadensbegrenzung reinziehen.

Freddy vs. Jason

Freddy vs. JasonIch gebe zu, ich bin kein wirklicher Fan dieses Genres. Und über Jason Vorhees habe ich noch keinen Film gesehen. Aber trotzdem: Lasst die Finger davon. Dieser Film ist weder gruselig noch lustig. Und wenn ich was blutiges sehen will, geh ich nochmal in ´Kill Bill Vol.1´.

Bad Boys II

Bad Boys 2Oh yeah! Endlich hat das lange Warten ein Ende. ´Bad Boys II´ ist der kompromissloseste (Mainstream-) Actionkracher seit Jahren. Lange dachte ich, dieses High End Actiongenre sei irgendwo zwischen 09/11 und Wirtschaftskrise unwiderruflich verloren gegangen. Dieser Film beweist das Gegenteil. Michael Bay und Jerry Bruckheimer liefern denselben hirnlosen Entertainment Mix, den man schon aus ´The Rock´ oder ´Armageddon´ kennt… und das ist gut so. Dabei spielt die Handlung nicht wirklich eine Rolle, die wilden Kamerafahrten und Zitate (Michael Bay klaut immer noch am liebsten bei sich selber) lassen aber darüber hinwegsehen, schliesslich ist das ein Bruckheimer-Film und wer hier Anspruch und Feingeist erwartet, ist selber schuld. Zugegebenermassen gehts´s zeitweise ziemlich grob zur Sache und sogar ich fragte mich, ob´s denn gleich so deftig sein muss… Ich denke ja. Nebenbei gibt´s reichlich zu lachen, was vor allem Will Smith und Martin Lawrence zu verdanken ist. Obwohl ´Bad Boys II´ sauteuer und technisch hochprofessionell daherkommt, nimmt der Film sich nicht zu ernst, was das ganze wahrscheinlich auch erst erträglich macht. Obwohl der Film eine gewisse Überlänge aufweist (146 min), wird´s dabei nicht langweilig – im Gegenteil: Gegen Ende des Films, wenn der Schauplatz von Miami nach Kuba wechselt, hatte ich das Gefühl ich bekomme einen zweiten Film als Zugabe gratis dazu. ´Bad Boys II´ ist Kinovergnügen pur, wenigstens für alle, die sich noch mit solchem “Schund” anfreunden können. Alle anderen, die sich an den groben unnötigen Gewaltdarstellungen brüskieren, können ja darauf hoffen, dass nun bald ein anderer Wind in Hollywood weht, der solche Actionorgien per Gesetz verunmöglichen wird: Der neue Gouverneur von Kalifornien, A. Schwarzenegger wird schon dafür sorgen.

The League of Extraordinary Gentleman

The League of Extraordinary GentlemanDie Idee, literarische Figuren in einer Geschichte zusammenzubringen und sie mit vereinten Kräften gegen das Böse kämpfen zu lassen, finde ich interessant. So genannte Crossovers sind in Comics schon länger die Regel (spätestens seit die einzelnen Verlage und Titel nicht mehr genug Zugkraft hatten, um eine breite Leserschaft an sich binden zu können) und auch im Kino wird man wahrscheinlich in Zukunft einige solcher Mischungen finden (´Alien vs. Predator´, ´Freddy vs. Jason´). Im Falle der ´The League´ wirkt leider der ganze Film wie ein Patchwork von Einzelteilen, die nicht ganz zusammenpassen wollen. Die Story weist keinen signifikanten Höhepunkt auf, und es ldsst sich kein nennenserter Spannungsbogen erkennen. Actionszene ist an Actionszene gereiht, und das ganze kommt ziemlich unmotiviert daher. Dabei scheint wirklich guter Wille vorhanden gewesen zu sein: Viele nette Ideen, detailreiche Ausstattung und solide Special Effects, und es wird sogar versucht, sämtlichen Hauptcharakteren Tiefe zu verleihen, was einem als Zuschauer aber irgendwie gar nicht interessiert. Story, Schauspieler, Dramaturgie, Musik und Special-Effects sind allesamt respektabel, laufen aber alle wie ihren eigenen Spuren, ohne mit den anderen Elementen ein homogenes Ganzes zu bilden. Im Falle von ´The League´ sind die Einzelteile mehr als die Summe derselben. Leider. Das ganze hätte ein respektables Fantasy-Abenteuer werden können, scheiterte aber leider am Versuch, einen ernsthaften, eigenständigen Film zu liefern. In diesem Fall ziehe ich Franchise-Ware wie die Verfilmungen von Marvel Comics oder die ´Matrix´ Episoden diesem Versuch, etwas relativ neues zu liefern, vor. Insbesondere, da praktisch jede Szene in ´The League´ an Versatzstücke anderer Filme erinnert: ´Indiana Jones´, ´Batman´, ´Hunt for the Red October´, ´Out of Africa´, ´Jenseits von Afrika´, ´Memories of an Invisible Man´. Fazit: Obwohl der Film prima unterhält, kann ich ihn nicht wirklich ernst nehmen. Die eigentlich schönen Effekte täuschen nicht darüber hinweg, dass der Film irgendwie lieblos daherkommt. Zumindest langweilte man sich nicht bei diesem Film…ausser Sean Connery, dem es wahrscheinlich auch langsam zum Halse raus hängt, seit Jahren dieselbe Rolle in verschiedenen Filmen zu spielen.

Identity

Identity´Benny´s World of Blood´. So wurde in ´From Dusk till Dawn´ der Liquor Shop von Pete Bottoms (verkörpert von John Hawkes) genannt. Dieselbe Bezeichnung würde auch treffend zum Motel passen, das Larry (gespielt von John Hawkes) in ´Identity´ leitet. Viel mehr möchte ich gar nicht |über den Plot dieses grandiosen Thrillers verraten. Gesagt sei nur so viel: Die Handlung entwickelt sich meist so, wie man es erwartet, nur eben nicht ganz; und wenn doch, dann kommt´s noch dicker als man es sich vorgestellt hat. Dies macht den Reiz von ´Identity´ aus. Souverän wird mit den Erwartungen der Zuschauer gespielt. Man ist sich ja schon so einiges gewohnt, wenn es darum geht, sich im Kino verwirren zu lassen (´The 6th Sense´, ´Fight Club´, ´The Others´ oder das unglaubliche Werk ´Basic´ sind nur einige, die ich hier nennen möchte). Trotzdem gelingt es James Mangold immer wieder, den Zuschauer auf eine falsche Fährte zu locken. Obwohl ich genau das erwartet und erhofft hatte, wurde ich immer wieder auf´s neue |überrascht, ohne den Überblick über die Story zu verlieren. (Nochmals einen Gruss an ´Basic´). Die clevere Story wird durch eine herrlich düster-verregnete Atmosphäre in ihrer Spannung noch verstärkt und die eher zurückhaltende, aber gekonnte Darbietung (so zurückhaltend man zumindest z.B. das Ersticken an einem Sportgerät spielen kann) sämtlicher Hauptakteure verunmöglicht es weitgehend, zu erahnen, wer überlebt und wer nicht. (Ich weiss, ich weiss, beim erwähnten ´The 6th Sense´ hat das Überraschungsmoment auch anders herum funktioniert.) Die Tüpfelchen auf dem o sind die interessanten Rückblende-Montagen am Anfang und der ansatzweise parallele Verlauf zweier Handlungen. So was kommt bei mir immer gut an. Wer also auf spannende, ansprechend inszenierte Thriller steht oder wissen möchte, ob es John Hawkes in diesem Film besser ergeht als in ´From Dusk till Dawn´ sollte ´Identity´ auf keinen Fall verpassen! P.S.: Bis jetzt habe ich in allen Kritiken |über ´Identity´ drei Wörter gelesen, die anscheinend in keiner Bewertung |über diesen Film fehlen dürfen. Da ich noch einiges von professionellen Kritikern lernen kann, vervollständige ich mein Statement mit dem betreffenden Begriff: ´Zehn kleine Negerlein´. P.P.S.: Obwohl ich mich über Post freuen würde, möchte ich anfügen, dass ich mir bewusst bin, dass Agatha Christie´s Roman ´Zehn kleine Negerlein´ neuerdings politisch korrekt unter dem Namen ´…da waren´s nur noch Neun.´ erscheint.