Superman Returns

Superman ReturnsÜber den Wolken, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein,…

Noch immer klingt mir der Score von John Williams in den Ohren und die Idee, für den Vorspann von Superman Returns in gepflegtem Retro-Style in Anlehnung an die klassischen Superman Filme zu verwenden, finde ich noch immer erste Klasse. Ich hätte Bryan Singer dafür Küssen können,… aber das hätte er dann wohl doch etwas zu sehr gemocht.

Lasst ihn fliegen! Zudem gibt’s zwischen diesem herrlichen Auftakt und den letzten 30 Sekunden des Filmes nicht wirklich viel, was überschwängliches Lob verdienen würde. Oder anders gesagt, es gibt zwar unzählige Elemente, Szenen und Einstellungen, Ideen, Gags und wirklich hervorragende CGI Einstellungen, die alles Lob der Welt verdienen, nur leider funktionierts als Ganzes nicht so ganz. Irgendwo auf dem Weg ging der Spannungsbogen und die packende Story verloren. Brandon Routh spielt zwar einen coolen, ziemlich farblosen Superman, wie es sich gehört, Kevin Spacey hat offenbar Spass an seiner Rolle, obwohl er für meinen Geschmack ruhig etwas mehr Se7en und etwas weniger Dr. Evil miteinbringen hätte können. Die Einstellungen sind phantasievoll gewählt, der Humor stimmt. Aber schlussendlich bleibt das ganze eine unausgegohrende Masse, aus der nichts reifes mehr wird.

Lasst ihn fliegen! Nach dem schönen Vorspann hatte ich eigentlich gehofft, Singer würde irgendwo eine Abzweigung nehmen und den Film von seinen Vorbildern aus den Achzigern etwas stärkeren aktuellen Touch verleihen. Aber trotz all den Digitalkameras und Flachbildschirmen, die zeigen wollten, dass wir nicht mehr im Jahre 1978 sind, war mir der Charakter des Films etwas zu nahe an seinen halt aus heutiger Sicht doch etwas trashigen Vorlagen. Besonders die lustig gemeinten Szenen zwischen Lex Luthor und Kitty Kowalski wären nun wirklich nicht nötig gewesen. Und aus irgend einem unerklärlichen Grund regten mich Luthors Schulterpolster, ja sein ganzes Outfit auf. An dieser Stelle war mir der Film zu retro und zu wenig öp-to-date. Schade, dabei hatte es mit Batman Begins so gut angefangen für die DC Helden.

Drum sage ich, lasst ihn fliegen! Die mit Abstand schönsten Momente im Film sind die, in denen Supie fliegt. Da haben die Macher sich wirklich viel Mühe gegeben. Oder wenn er im Weltraum umherdümpelt, soooo guet. Richtig schön pathetisch. Auf der technischen Seite gibt’s darum nur Lob für Superman Returns. Wäre doch nur an der Story etwas mehr Substanz als was My Super Ex-Girlfriend schon vorweggenommen hat,… hätte das ganze etwas mehr emotionalen Tiefgang, wobei ich nicht die Lovestory meine, sondern den fehlenden Gänsehaut-Faktor, eben das Mitreissende, was Batman Begins oder Spiderman so erfolgreich gemacht hat.

Schade, aber das war wohl eher Mediocre-Man, nicht Superman.

Archives | First published Aug 18, 2006

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