The Brothers Grimm

The Brothers GrimmEs war einmal…

…vor nicht allzu langer Zeit ein Regisseur, der war so imaginär, so eigensinnig, so innovativ, dass niemand seine Trickfilme bei Monty Python lustig fand. Ziemlich schräg und immer den Anschein erweckend, als stecke mehr dahinter, man auf den ersten Blick mitbekommen konnte. Seien dies nun der menschenfressende Kinderwagen oder der wohl bekannteste Clip, der riesige Fuss, der unmöglichen Beiträgen bis heute ein vorzeitiges Ende beschert, die Animationen von Terry Gilliam wurden irgendwie Kult, obwohl ich wohl nicht der einzige bin, der zugeben muss, dass ich seine Beiträge nie verstanden, geschweige denn, komisch fand.
Soviel zur Gotteslästerung; aber was soll´s, ich bin noch immer etwas knurrig, dass nidwirkli.ch weder in der Forbes Liste der 100 Reichsten auftauchte, noch den diesjährigen Friedensnobelpreis gekriegt hat. Baradei, Schnaradei, sag ich da nur.
Züruck zum Thema: Mal von seinen Animationen, die wohl nur den wirklichen Insidern Vergnügen bereiten, abgesehen, weiss ich das Schaffen des einzigen Amerikaners in der sonst 100% britischen Monty Python Komikertruppe um John, Paul, George, Ringo und eben Terry wirklich zu schätzen. Vor allem seine stets ebenso schrägen wie melancholischen Märchen wie ´Brazil´, ´Time Bandits´, ´The Fisher King´ oder mein persönlicher Favorit ´Twölf Monkeys´ wussten mich stets zu begeistern und in ihren Bann zu ziehen. Mit jedem Film schuf Gilliam eine stilistisch wie inhaltlich sehr eigenwillige Welt, die einem zu verzaubern wusste. Nie zweifelte ich auch nur einen Moment daran, dass diese so typischen Bilder und Geschichten den Meister Gilliam nachts in seinen Träumen verfolgten und dass er wie gegen Windmühlen gegen die Studiobosse ankämpfen musste, um seine Version der Filme auch auf die Leinwand bringen zu können. Obwohl sonst nicht sonderlich an solchen Stories hinter der Leinwand interessiert, hatte ich immer das Gefühl, gerade diesen Kampf von Gilliam gegen den Rest der Welt merkte man den Filmen schlussendlich irgendwie an, was sich an ihrer Besonderheit und ihrem eigenwilligen Charakter widerspiegelte. Sogar den bösesten Flops wie ´Munchhausen´ oder dem nie fertig gestellten ´Don Quixote´ (wie immer man das auch schreibt), merkt man diesen Gilliam´s Bemühungen an, und auch wenn die Filme als ganzes nicht funktionieren, oder gar nie in die Kinos kamen, riecht man doch den Schweiss und die Anstrengung, die er in diese Werke gelegt hat, um es eben nach seinem Kopf zu haben. Dieser Schweiss war meist das Salz in der Suppe, welches die sonst doch eher untypischen Filme zum ebenso emotionalen wie visuellen Erlebnis machten.

Doch was ist nun passiert? Zuviel Geld? Drogen? Das Alter? ´Brothers Grimm´ hinterlässt bei mir einen ähnlich faden Nachgeschmack wie die letzten Produktionen des Enfant Terrible auf der anderen Seite von Hollywood: Tim Burton. Mal davon abgesehen, dass ´Brothers Grimm´ weder dramaturgisch noch sonst wie funktioniert, fehlt das typisch Gilliameske, was auch immer das sein mag, vollkommen. Der bittersüssen Nachgeschmack, den ich in ´Twelve Monkeys´ in der Schlussszene spürte? Das Mitgefühl, gepaart mit Verwunderung, welches trotz verstörend behaartem Robin Williams in ´The Fisher King´ in mir aufkam? Fehlanzeige.

Ich wünschte, ich könnte sagen, ´Brothers Grimm´ wäre ein besserer Film geworden, wenn er vor zehn Jahren mit einem Zehntel des Budgets entstanden wäre, aber wem nützen solche Spekulationen schon? Wohl kaum Heath Ledger oder Matt Damon, die sich durch die liebevoll gestalteten, aber letztendlich unbedeutenden Settings quälen. Nur der ewig verlässliche Peter Stormare hatte anscheinend wieder seinen Spass, aber was soll man sagen, verlangt von dem Mann einen Akzent, und er ist glücklich.

Grad seh´ ich dass der Matt Damon ja in diesen Tagen Geburtstag hat. Als persönliches Geschenk beende ich darum hiermit diese ach so dunkle Kritik und schliesse mit den wohl klassischsten und abgegriffensten Schlussatz überhaupt: … and they lived happily ever after…

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