The Exorcism of Emily Rose

The Exorcism of Emily RoseAuf Teufel komm raus…

Warum, ja warum frag ich mich, bekomme ich bei gewissen Filmen immer der Wunsch auf, nach der Pause doch lieber in einem anderen Film zu sitzen, an den ich mich durch das Gesehene erinnert fühle? So geschehen bei ‘The Exorcism of Emily Rose’. An den dünnen Kinowänden oder der Qualität des Films kanns nicht liegen, denn ‘The Exorcism of Emily Rose’ ist alles andere als schlecht, soviel schon mal vorab, trotzdem fühlte ich mich einen Moment lang an ‘Constantine’ erinnert. Ab diesem Punkt merkte ich, dass mir da was auf der Leinwand fehlt. Der Film nimmt sich irgendwie etwas zu ernst (‘based on a true story…’), was gemessen an Spannung und Horror, die er unterm Strich bietet, nicht gerechtfertigt scheint. Irgendwie kommt der Film auf diese Weise einfach nicht über das Mittelmass hinaus. (Olla, da fällt mir gerade auf, dass ich faulheitsbeding nie eine Kritik zu ‘Constantine’ geschrieben habe; ich geb ihm ‘ne Drei.)

Trotzdem wird der durchschnittlich abgebrühte Zuschauer in Sachen Suspense nicht enttäuscht, und die verstörenden Anfälle von Emily sorgen für einige angenehm unangenehme Momente. Die Grundidee, Justizkrimi und paranormalen Thriller zu kreuzen, funktioniert überraschend gut und gibt dem Film bis zum Schluss Drive. Doch leider schneidet sich die Geschichte dadurch gleichzeitig ins eigene Fleisch, denn durch ständige Zurückführung in die weniger paranormale Welt des Gerichtssaales verweigert sich die Geschichte, vollends im Horrorthriller aufzugehen. Die mässige Spannung, die auf der weltlichen Seite durch die Verhandlung parallel zur Austreibung aufgebaut wird, weiss dieses Manko leider nicht auszugleichen.
Die Frage, wie wahr die Geschichte der Rose Emily denn wirklich ist, wird zum Glück nicht allzu breit getreten, was der Geschichte zugute kommt, obwohl eine etwas pseudo-dokumentarischere Umsetzung sicher auch interessant gewesen wäre.

Man kann also zweifelsfrei behaupten, dass ‘The Exorcism of Emily Rose’ mit ‘Constantine’ so gut wie nichts gemein hat. Trotzdem weiss ich nun eine Antwort auf die anfangs gestellte Frage, warum mich der erstere denn an letzteren erinnern haben mögen könnte: Dazu nur soviel: ‘Constantine’ – Darsteller Keanu Reeves kommt am Rande auch im neuen Roman ‘Lunar Park’ von ‘American Psycho’ Autor Bret Easton Ellis vor. Und seit mir dämmert, wie verzwickt und pseudo die pseudobiografische Geschichte um Ellis tatsächlich ist, krieg ich das ganze nicht mehr aus dem Kopf. Ich glaube, dabei haben sich einige Synapsen gebildet, wo keine hingehören. Womit auch geklärt wäre, was Emily Rose mit Jayne Dennis verbindet.
Ladies and Gentlemen, wir haben nun unsere Flughöhe erreicht und können uns nicht mehr weiter vom Thema entfernen, ich wünsche einen angenehmen Flug.

Archives | First published Dec 1, 2005

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