Wallace & Gromit in The Curse of the Were-Rabbit

Wallace & Gromit in The Curse of the Were-RabbitAbt.: Knete und Arbeite

Da denkt man, das Kinojahr 2005 habe ausser dem kommenden ´King Kong´ nicht mehr viel in Petto (übrigens: wie heisst der kolumbianische Onkel von Pinoccio? – Che Petto), und dann findet man sich ziemlich unerwartet in einem der filmisch perfektesten Streifen wieder, bei dem einfach alles stimmt: Action, Spannung, Humor und eine fast manische Detailversessenheit, Musik, Dramaturgie, Hauptdarsteller. Und letztere sind im Falle von ´Wallace and Gromit and the Curse fo the Were-Rabbit´ nicht mal aus Fleisch und Blut. Dies mag im heutigen Hollywood, wo einem mehr Botox als wirklich gute Filme unter die Augen kommt, nichts besonderes sein, im Falle von Wallace, Gromit, dem süüüüüsssen Hutch und all den anderen Plastilinfiguren ist den Knetern von Aardman Animations jedoch etwas ganz spezielles gelungen. Die Filmchen um den käsesüchtigen Erfinder, seinen treuen Hund, Pinguinen, Zoobewohnern und anderen faunischen Kreaturen waren ja von Anfang an immer eine Klasse für sich und obwohl mich ´Chicken Run´ nicht sonderlich begeistern konnte, beweisen nun das britische Produktionsstudio, dass auch ohne Schauspieler ein durchwegs stimmiger Film entstehen kann, ohne auf irgend etwas verzichten zu müssen, nur weil eben mit den etwas anderen Mitteln der Animation gearbeitet wurde.

Über die Tatsache, dass ´Wallace and Gromit and the Curse fo the Were-Rabbit´ ein Animationsfilm ist, möchte ich jedoch keine weiteren Worte verlieren, (denn meist findet man ja so schlecht die richtigen Worte.) Denn dies ist die wirkliche Leistung des Teams von Nick Park: Man vergisst von der ersten bis zur letzten Minute völlig, dass sich dieser Film sich in seiner Machart doch gänzlich vom Rest unterscheidet. Und das ist gut so. Haben es computeranimierte Filme spätestens seit Shrek geschafft, dass man nicht mehr über die angewandte Technik staunt, sondern über die erzählte Geschichte lachen kann, wird nun mit ´Wallace and Gromit and the Curse fo the Were-Rabbit,´ einmal mehr bewiesen, dass ein gelungener Film eben ein gelungener Film eben ein gelungener Film ist, egal ob da nun Al Pacino, Scarlett Johansson oder eben ein Stück Knetmasse die Hauptdarsteller, sind. Vor allem, wenn sie so treu dreinblickende Kulleraugen haben (und damit meine ich nicht Scarlett Johansson). Da fällt mir ein: Wer sollte Wallace und Gromit in einer Realverfilmung (Gott bewahre!) verkörpern, bzw. verkötern? Tom Hanks oder Bill Murray als Wallace und Benicio del Toro als Gromit? Ich denke nicht, obwohl das Besetzungsroulette sicher ein paar Internet-Foren wert wäre. Könnte man eigentlich mal starten, die Gerüchte um die Bösewichte in ´Spiderman 3´ füllen ja auch schon ganze Server.

Zu betonen bleibt, dass der Film mit Sicherheit einige der besten Gags des Jahres liefert. Die Dichte in Wort- und Bildwitz sucht zweifellos ihresgleichen und dank wilden Verfolgungsjagden, üppigen Sets, grenzenlosem Einfallsreichtum und dem netten Soundtrack von Team Zimmer wird der Film zum cineastischen Vergnügen.

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