War of the Worlds

War of the WorldsTja fast, aber knapp daneben ist auch vorbei. Schooooode!

Da ist er also: DER Blockbuster des Jahres. ´War of the Worlds´. Und ist all die Aufregung im Vorfeld gerechtfertigt? Darauf kann die Antwort nur lauten: ´Jein´.
Positiv: Der Film fängt unglaublich intensiv an und kann diese Spannung bis zur Pause problemlos halten. Indem Spielberg nach einem furiosen Auftakt mehr verbirgt als er dem Zuschauer zeigt, scheint es permanent, als spiele sich die eigentliche Handlung immer knapp unter der Oberfläche ab. Man weiss, da brutzelt was, gleich hinter Tom Cruise, oder im Nebenkino, oder irgendwo, ganz in der Nähe, und wenn die Kamera doch nur ein kleines bischen mehr nach links schwenken würde, könnte man auch sehen, was denn da so kracht. Meist ist man dadurch geradezu gequält, gleichzeitig weiss man aber auch, dass eben dies den Reiz des Filmes ausmacht. Diese Art, meist mehr anzudeuten als zu zeigen, kennt man zwar schon aus M. Night Shyamalan´s ´Signs´ und obwohl die Technik bei ´War of the Worlds´ nicht so konsequent durchgezogen wurde, funktioniert´s auch hier vorbildlich – zumindest am Anfang. Alles andere hätte wahrscheinlich nur ein lauwarmer Aufguss von ´Independence Day´ gegeben was wohl eher uninteressant gewesen wäre. (Obwohl ich gerne wissen würde, wie Spielberg den Film als klassisches Desastermovie inszeniert hätte).

Das alles soll nicht heissen, dass es keine Aliens zu sehen gäbe! Im Gegenteil. Zum Auftakt des Filmes krachts mal eben so gewaltig, das einem dank phänomenalem Sound so richtig in die Knochen fährt, und dann gibt´s von aber ganz miiiiiesen Aliendingens so was eins auf´s Dach, aber hallo. Womit der Höhepunkt des Filmes auch schon hinter uns liegen würde. Zwar findet Spielberg in der ersten Hälfte ein spannendes, ausgeklügeltes Gleichgewicht zwischen sich abwechselnder Action, Paranoia, und den stillen Momenten, viel kommen tut aber nach dem ersten Akt nicht mehr, auch wenn´s zwischendurch wieder ziemlich kracht. Sicher, die Geschichte um die Rumpf-Familie von Dakota Fanning und Tom Cruise in den Mittelpunkt zu stellen ist ja schön und gut, der Kniff bleibt aber leider Mittel zum Zweck, um es eben etwas Menscheln zu lassen und nicht einen typischen Katastrophenfilm zu haben. Tom Cruise stört dabei übrigens auch nicht gross, glänzt aber irgendwie auch nicht so, wie es seine grinsenden Zähne sonst tun, obwohl er sich auch in diesem Film wie meistens vom Saulus zum Paulus wandelt. Vielleicht mochte er sich auch nicht so Mühe geben, weil er lieber in einer Adaption von L. Ron Hubbard´s ´Battlefield Earth´ mitgespielt hätte als einer Verfilmung vom H.G. Wells Klassiker – Aber das hat zum Glück John Travolta schon grandios in den Sand gesetzt.

So, wie gesagt, ´War of the Worlds´ ist zu Beginn das spannendste, was ich dieses Jahr gesehen habe (ausgenommen vielleicht dem Grand Prix von Indianapolis). Aber jetzt kommt das grosse Leider: LEIDER vermag es Spielberg nicht, dieses erst so gelungene Katz und Maus Spiel zwischen der Familie Cruise und den Aliens, beziehungsweise dem Film und den Zuschauern nicht auf wirklich geniessbarem Niveau zu halten. In der zweiten Hälfte verebbt die Spannung und man fragt sich langsam, wo die Story eigentlich hinführen soll, wenn Sie überhaupt irgendwo hinführen soll. Abgesehen davon weiss man wahrscheinlich schon aus dem Buch (welches ich übrigens aus wahrscheinlich ähnlichen Mängeln ungelesen zur Seite gelegt habe), wie der Film endet. Allzu viele Variationen gibt´s ja wohl eh nicht.

Insgesamt betrachtet ist ´War of the Worlds´ schlussendlich leider ein Zwitter in Sachen Qualität, so als würde man ´Schindler´s List´ das unendlich elende Ende von ´A.I.´ anhängen. Der Film bleibt ein sehr interessanter, eigentlich sehenswerter Streifen, der mehr sein will, als er ist, aber beim grandiosen Versuch auf halber Strecke liegen bleibt. Ein Grund dafür ist mitunter sicher auch die ziemlich simple Buchvorlage. (Sein wir ehrlich: Ohne Orson Welles´ Aufsehen erregendes Hörspiel wäre das Buch wohl schon lange in der Versenkung untergetaucht oder hätte wenigsten still das Ansehen eines Klassikers genossen.

Fazit:
1. War of the Worlds hätte der eindrücklichste Film des Jahres werden können,… wenn nach der Pause nicht noch mehr kommen würde.
2. Wenn solche undankbaren Rollen wie in ´War of the Worlds´ das einzige ist, für das Tim Robbins nebst seinen politischen Aktivitäten noch Zeit findet, sollte er besser als irgendwas kandidieren und den Schauspielerjob ganz an den Nagel hängen.
3. Wer den neuen ´King Kong´ Trailer in nächster Zeit auf der grossen Leinwand sehen will, kommt ohnehin nicht an ´War of the Worlds´ vorbei.

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